1970
| Benzinpreis: 0,57 DM | ||
| Dieselpreis: 0,57 DM | ||
| Superpreis: 0,64 DM | ||
1970 Die ersten Tiefkühlpizzen kommen auf den deutschen Markt. Als erste große Lebensmittel-Firma vertreibt Dr. Oetker deutschlandweit ab dem 1. Oktober 1970 eine tiefgekühlte Pizza für das schnelle Essen aus dem heimischen Backofen. Die „Pizza Alla Romana" ist belegt mit italienischem Mozzarella- und Provolone-Käse, Mortadella, Tomaten und Paprika. |
1970: | Was gab es sonst noch Neues? |
K 70
Werkscode: Typ 48
In der zweiten Hälfte der 60er Jahre geistert eine getarnte Mittelklasse-Limousine mit tiefliegender Gürtellinie durch den deutschen Blätterwald. Der Erlkönig entpuppt sich schrittweise erst als NSU 1700, dann als NSU K 70. Als die meisten Details vorliegen, offenbart sich die Neuentwicklung: eine viertürige Limousine mit drei Seitenfenstern und harmonischem Design, geformt von Claus Luthe, dem damaligen Chefgestalter von NSU, der auch dem Ro 80 seine wegweisende Form verlieh. Mit der Übernahme von NSU durch Audi (März 1969) erhält der Volkswagen Konzern die komplette Fahrzeugpalette von NSU, darunter auch den fast serienreif entwickelten NSU K 70. Nach gezieltem Finish in Wolfsburg wird der VW K 70, wie er nun heißt, neben seinen Brüdern von Audi zum Wegbereiter der zukünftigen Fahrzeuglinien mit Frontmotor, Frontantrieb und Flüssigkeitskühlung.
Für Volkswagen sind mit der Entscheidung, den VW K 70 zu bauen, gewaltige Umstellungen verbunden: Verkäufer und Kunden müssen vom Systemwechsel überzeugt und die klassischen großen Volkswagen (Typ 3, 411) parallel positioniert werden. Die Werkstätten benötigen durch die Neueinführung einen großen Satz Sonderwerkzeuge. Und vor allem: Für den K 70 wird ein neues Werk in Salzgitter gebaut.
K 70
Werkscode: Typ 48
| Modellvarianten / Bauzeit: | K 70 1600: 1970 – 1974 # K 70 1800: 1973 – 1974 | |
| Motor: | Vierzylinder, wassergekühlt | |
| Einbaulage Motor: | Front, quer | |
| Antrieb: | Front | |
| Radstand: | 2.690 | |
| Länge / Breite / Höhe (mm): | 4.420 / 1.685 / 1.450# 4.455 / 1.665 / 1.435 (ab 1971) |
Motorversionen
| Typ: | 1600: 1970 – 1974 | |
| Hubraum (cm3): | 1.605 | |
| Leistung (kW / PS - bei min-1): | 55 / 75 / 5.200 | |
| max. Drehmoment (Nm - bei min-1): | 123 / 3.500 | |
| Typ: | 1600: 1970 – 1973 | |
| Hubraum (cm3): | 1.605 | |
| Leistung (kW / PS - bei min-1): | 66 / 90 / 5.200 | |
| max. Drehmoment (Nm - bei min-1): | 134 / 4.000 | |
| Typ: | 1800: 1973 – 1974 | |
| Hubraum (cm3): | 1.807 | |
| Leistung (kW / PS - bei min-1): | 73 / 100 / 5.300 | |
| max. Drehmoment (Nm - bei min-1): | 152 / 3.750 |
K 70
Werkscode: Typ 48
| Auswahl aller Maßnahmen zur Modellpflege: | ||
| 1970: Die Produktionsplanung wird vom Beginn an auf 500 Fahrzeuge täglich festgelegt – entsprechend den Zahlen des VW 411. Die bereitgestellten Pressefahrzeuge hinterlassen auf Anhieb einen hervorragenden Eindruck. Großer Innen-, riesiger Kofferraum (600 Liter), das Fahrwerk mit Einzelradaufhängung, Stabilisator, langen Federwegen und hervorragenden Fahreigenschaften: der K 70 kann seine Abstammung vom größeren Bruder, dem Ro 80, nicht verleugnen.
Die hochmodernen Vierzylinder-OHC-Motoren mit 1,6 Litern (entwickelt auf Basis des Aggregats aus dem NSU 1200) sind leistungsfreudig, sowohl in der Basis mit 75 PS als auch in der leistungsstärkeren Variante mit 90 PS, Doppelvergasern und Drehzahlmesser. Überdies verfügt der K 70 optional über ein Schiebehebedach (SHD). | K 70 L von 1970: Zu erkennen an den eckigen Stoßstangen. Ab 1971 stammen sie vom Audi 100 und sind seitlich stärker abgerundet. | |
| 1971: Um die Anzahl der verbauten Gleichteile zu erhöhen, werden ab August die fast formgleichen Stoßstangen vom Audi 100 (unter Beibehaltung der Blinkleuchten) und die Sitzlehnen vom Volkswagen Typ 4 übernommen. Wie alle anderen Volkswagen Modelle bekommt der K 70 einen Diagnosestecker. Nach erheblichen Karosseriearbeiten ist jetzt ein Rechtslenker lieferbar. | ||
| 1972: In diesem Jahr fließen Maßnahmen in die Produktion ein, die den Verbrauch, vor allem im höheren Geschwindigkeitsbereich, senken sollen: Die Motorhaube wird zur Verringerung des cw-Wertes flacher geformt und erhält eine breite mittlere Sicke sowie leicht erhöhte Kotflügel; die 90-PS-Variante bekommt zudem eine längere Getriebeübersetzung. Beim L-Modell werden die Doppelscheinwerfer mit Halogenlicht ausgestattet; bei Fernlicht leuchten nun alle vier Scheinwerfer auf. Der handbetätigte Choke entfällt, dafür wird eine Startautomatik eingeführt. | ||
| 1973: Das auf Basis der luftgekühlten NSU-Motoren entwickelte Aggregat lässt keine weitere Hubraumvergrößerung zu. Die Entwicklungsabteilung von Volkswagen konstruiert den Motorblock so um, dass durch Veränderung der Kühlkanäle die Bohrung auf 87 Millimeter vergrößert werden kann. Das Resultat: 1800 Kubikzentimeter und 100 PS im K 70 S/LS.
Er verfügt über eine größere Elastizität und ersetzt den bisherigen 90-PS-Motor. Der 75-PS-Motor ist weiterhin lieferbar. Der 100 PS starke K 70 LS kann als Sondermodell mit markanten Seitenstreifen und mattschwarzer Heckblende und Sport-Stahlfelgen geordert werden. | Sondermodell: K 70 LS mit Seitenstreifen, Sportfelgen und 100 PS-Motor. | |
| 1975: Im Januar 1975 wird die Produktion eingestellt. Insgesamt wurden 211.127 Volkswagen K 70 hergestellt. |


