1975
| Benzinpreis: 0,83 DM | ||
| Dieselpreis: 0,87 DM | ||
| Superpreis: 0,90 DM | ||
10. Januar 1975 Bundeskanzler Helmut Schmidt gibt den Hamburger Elbtunnel nach einer Bauzeit von sechseinhalb Jahren für den Verkehr frei. 1,1 Milliarden DM hat das Bauwerk gekostet, ausgelegt ist es für 60.000 bis 70.000 Autos und LKWs, denen der Unterwassertunnel den Nord-Süd-Verkehr über die Elbe erleichtern soll.
Übrigens: Der Schauspieler und Komiker Mike Krüger wurde während seiner Ausbildung zum Betonbauer beim Bau der ersten drei Tunnelröhren eingesetzt. | Südeinfahrt in den sog. „Neuen Elbtunnel". Im Hintergrund beladene Containerschiffe. |
1970: | Was gab es sonst noch Neues? |
Polo I Limousine
Werkscode: Typ 86
Kein Volkswagen war bisher so klein und zierlich wie der Polo, der 1975 als neue Baureihe Golf und Passat nach unten abrundet. Der Polo basiert auf dem Audi 50, der ein Jahr zuvor erscheint. Es ist eine bewegte Zeit im Wolfsburger Konzern, der sein Modellprogramm binnen kürzester Zeit um topmoderne Fronttriebler bereichert und die Kritik am zu langen Festhalten am Käfer souverän kontert.
Der Polo, ein dreitüriger Kleinwagen, ist recht spartanisch ausgestattet und kann deshalb preiswert angeboten werden. Er besticht durch eine gut verarbeitete, auf das Notwendige angelegte Ausstattung. Vieles erinnert an den zeitgleichen „Spar-Käfer" 1200, wie zum Beispiel die simplen Türpappen, Öffnungen statt Klappen und zur Krönung eine Drahtschlinge als Gaspedal: Selten ist so konsequent reduziert worden.
Die optionale L-Ausstattung hingegen verleiht dem Polo die Insignien eines gewissen Luxus – seitliche Zierleisten, zweistufiges Gebläse und Scheibenwischer, Teppichboden und das L im Typenschild.
Käfer-Fahrer werden neidisch: Der Polo lässt durch eine große Heckklappe mit stattlichen 900 Litern beladen, seine hintere Sitzbank ist umklappbar. Käfer-like ist allerdings sein Motorenangebot: Er gibt anfangs nur einen 900-ccm-Reihenvierzylinder mit 40 PS.
Die damalige Serienbereifung 5,50 x 12 bietet eine Reifenbreite von gerade einmal 135 Millimeter– dennoch wird der Polo gerühmt für seine Straßenlage. Sein Leergewicht beträgt nur 685 Kilogramm – was nicht allein daran liegt, dass er serienmäßig noch keine Kopfstützen hat.
Polo I Limousine
Werkscode: Typ 86
| Modellvarianten / Bauzeit: | Polo I 0.9: 1975 – 1981 # Polo I 1.1: 1976 – 1981# Polo I 1.1 GLS: 1976 – 1977# Polo I 1.3: 1977 – 1981 | |
| Motor: | Vierzylinder, wassergekühlt | |
| Einbaulage Motor: | Front, quer | |
| Antrieb: | Front | |
| Radstand: | 2.335 | |
| Länge / Breite / Höhe (mm): | 3.512 / 1.560 / 1.344 |
Motorversionen
| Typ: | 0.9 | |
| Hubraum (cm3): | 895 | |
| Leistung (kW / PS - bei min-1): | 29 / 40 / 5.900 | |
| max. Drehmoment (Nm - bei min-1): | 61 / 3.500 | |
| Typ: | 1.1 | |
| Hubraum (cm3): | 1.093 | |
| Leistung (kW / PS - bei min-1): | 1. Variante: 37 / 50 / 5.600# 2. Variante (GLS): 44 / 60 / 6.000 | |
| max. Drehmoment (Nm - bei min-1): | 1. Variante: 76 / 3.500# 2. Variante (GLS): 83 / 3.500 | |
| Typ: | 1.3 | |
| Hubraum (cm3): | 1.272 | |
| Leistung (kW / PS - bei min-1): | 44 / 60 / 5.600 | |
| max. Drehmoment (Nm - bei min-1): | 93 / 3.400 |
Polo I Limousine
Werkscode: Typ 86
| Auswahl aller Maßnahmen zur Modellpflege: | ||
| 1976: Ein 1,1-Liter-Vierzylinder ergänzt den bisherigen Solisten in zwei Leistungsstufen: 50 PS und 60 PS (0 auf 100 km/h in 12,5 Sekunden) mit zusätzlichem Stabilisator hinten. Der Polo 1.1 ist etwas besser ausgestattet als das Basismodell mit 900 Kubikzentimetern, zum Beispiel mit Kopfstützen vorne und Dreipunktgurten. Das 60 PS-Modell bietet gute Leistung in äußerst diskreter Verpackung.
Die Grundausführung erhält jetzt ein rechtes Türschloss.
Die neu lieferbare GLS-Ausstattung umfasst zusätzlich unter anderem blanke Radkappen, Kühlwassertemperaturanzeige, Zeituhr, beleuchtete Schalter und Gepäckraumabdeckung. | Der Polo L bietet eine gegenüber dem Basismodell aufgewertete Ausstattung. Der Polo GLS rundet die Modellpalette nach oben ab und bietet nochmals mehr Ausstattung. | |
| 1977: Die 60-PS-Version des 1,1-Liter-Motors wird durch ein gleichstarkes Triebwerk mit 1,3 Liter Hubraum aus dem Derby ersetzt. Um Kraftstoff und Produktionskosten zu sparen, verfügen alle Motoren über eine manuell betätigte Kaltstartanreicherung, den heute fast vergessenen Choke, der im Kaltbetrieb die Luftklappe schließen lässt, um dem Vergaser einen höheren Kraftstoffanteil zuzuführen. Die Hinterachse des Derby mit V-Profil und stärkerer Stabilisatorwirkung wird für den Polo übernommen, damit entfällt der Stabilisator der 60 PS Version. | ||
| 1979: Voluminösere Kunststoffstoßfänger und ein vorgesetzter Kunststoffgrill geben dem Polo ein anderes Aussehen und verringern den cw-Wert. Die Höchstgeschwindigkeit steigt um bis zu 3 km/h.
Die Armaturentafel wird ebenfalls neu gestaltet und enthält eine Ablagebox.
Der Polo GT mit 60 PS und serienmäßigen Sportfelgen, Frontgrill mit GT-Schriftzeichen, einem Tacho mit roter Umrahmung und anderen sportlichen Details bereichert das Angebot. | Klein, aber GT: Mit 60 PS und sportlichen Akzenten bekommt der Polo einen dynamischen Charakter. | |
| 1981: Kurz vor Auslauf des Polo I erscheint im Januar 1981 noch eine Formel E Version mit 3+E-Getriebe und einem höher verdichteten 1093 ccm-Motor (9,7:1 statt 8,0:1). | Zum Schluss wird es sparsam: der Polo Formel E mit verbrauchssenkenden Maßnahmen. |


