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1969

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20. Oktober 1969

Erstmals beantwortet Dr. Martin Goldstein alias „Dr. Sommer" Fragen zur Sexualität in der Jugendzeitschrift BRAVO. Schon seit 1962 gab es die Rubrik „Knigge für Verliebte", doch nun antwortet Dr. Sommer („ein Mann von heute") den Jugendlichen konkret auf ihre vorgebrachten Sorgen und Probleme.

 

Zwei Leserbriefe werden abgedruckt: eine 13-Jährige wendet sich an Dr. Sommer, mit dem Bekenntnis, sie habe sich unglaublich in einen Busfahrer verliebt, wäre aber bitter enttäuscht worden. Und sie fügt hinzu: „ Man sagt, daß ich jetzt im Schwarmalter sei" – was wohl stimmt, denn sie habe total „den Kopf verloren". Das zweite Schreiben stammt von einer 17-Jährigen, die sich nach langem Zögern ihrem Freund hingab, doch das „erste Mal" habe sie furchtbar ernüchtert.

1970:

Was gab es sonst noch Neues?

VW Porsche 914

Werkscode: Typ 47

VW Porsche 914

Porsche und Volkswagen beschließen in der zweiten Hälfte der 60er Jahre, einen gemeinsamen Sportwagen zu bauen. Während Volkswagen eine Angebotsergänzung im fahraktiven Segment anstrebt, möchte Porsche ein Einstiegsmodell im Wachstumsmarkt bezahlbarer Sportwagen etablieren.

 

Nach längerer Entwicklungszeit wird ein kompakter Zweisitzer mit Targa-Dach, Mittelmotorbauweise und fast bauhausartiger Schlichtheit präsentiert: der VW Porsche 914. Charakteristisch sind die Klappscheinwerfer, die stehende Blinkleuchteneinheit, eine niedrige Gürtellinie und die horizontalen Leuchten am Heck.

 

Es gibt zwei Modelllinien: Zum einen der von Porsche komplettierte und vertriebene 914/6 (2,0 Liter-Sechszylinderboxer mit 110 PS aus dem Porsche 911 T), zum anderen der 914/4 (1,7-Liter-Vierzylinderboxer mit Einspritzung und 80 PS aus dem Volkswagen 411 E). Der 914/4 wird von Karmann produziert und in speziell geschulten Vertriebszentren verkauft und gewartet.

 

Der 1,7-Liter-Motor aus dem Typ 4 lebt in der Sportwagenumgebung richtig auf und beeindruckt mit einer Leistung von 80 PS und einer Höchstgeschwindigkeit von 185 km/h. Zudem ist er in der neuen Behausung sparsamer als im Spender. Der Innenraum ist sportlich schlicht, der Beifahrer sitzt in gleicher Position wie der Fahrer, da sich an seinem Sitz nur die Fußstütze verstellen lässt. Die Instrumenteneinheit ist formschön gezeichnet und sorgt bei sportlich ambitionierten Chauffeuren für beste Stimmung: Wie beim 911 liegt der Drehzahlmesser mittig vor dem Fahrer.    

 

Typisch Volkswagen: Auch der 914 hat vorne und hinten einen Kofferraum, im hinteren findet das Targa-Dach seinen Platz.

VW Porsche 914

Werkscode: Typ 47

Modellvarianten / Bauzeit: 914 1700: 1969 – 1973# 914 2000: 1972 – 1975# 914 1800: 1973 – 1975
Motor: Vierzylinder, luftgekühlt
Einbaulage Motor: Heck, längs
Antrieb: Heck
Radstand: 2.450
Länge / Breite / Höhe (mm): 3.985 / 1.650 / 1.230

Motorversionen

Typ:

1700

Hubraum (cm3):

1.679

Leistung (kW / PS - bei min-1):

59 / 80 / 4.900

max. Drehmoment (Nm - bei min-1):

133 / 2.800

Typ:

2000

Hubraum (cm3):

1.971

Leistung (kW / PS - bei min-1):

73 / 100 / 5.000

max. Drehmoment (Nm - bei min-1):

157 / 3.500

Typ:

1800

Hubraum (cm3):

1.795

Leistung (kW / PS - bei min-1):

63 / 85 / 5.000

max. Drehmoment (Nm - bei min-1):

135 / 3.400

VW Porsche 914

Werkscode: Typ 47

Auswahl aller Maßnahmen zur Modellpflege:

1970:

Der 914 bekommt ein spezielles Fangblech, um das Öl angesichts der porscheartigen Fliehkräfte sicher an seinem Platz zu halten. Um die Kommunikation mit der anspruchsvollen Technik zu optimieren, erhält der 914 schon ein Jahr vor den anderen Volkswagen einen entsprechenden Diagnosestecker im Motorraum.

Modellpflege VW Porsche 914 1970:

Eigenständiges Design: Die sehr sachliche Form mit flacher Gürtellinie und Targabügel überlässt den Fahrern den spektakulären Auftritt.

1971:

Der Beifahrer bekommt den gleichen Sitz wie der Fahrer und kann nun auch die gleichen Einstellungen vornehmen. Verstellbare Frischluftdüsen verhindern jetzt das Beschlagen der Seitenscheiben. Zudem werden die Scheibenwischer von einem Lenkstockhebel in Gang gesetzt – wie ab sofort auch in allen anderen Volkswagen.  

Modellpflege VW Porsche 914 1971:

Mit den vom Porsche 911 bekannten Fuchsfelgen bekommt auch der vierzylindrige 914 einen sehr sportlichen Auftritt.

1972:

In diesem Jahr wird der 914/6 aus dem Rennen genommen, da die Nachfrage zusehends zurück geht – sicher auch wegen des geringen Preisabstands zum Porsche 911 T. Kompensiert wird die Familienverkleinerung mit einem hubraumgleichen 2,0-Liter-Volkswagenmotor mit vier Zylindern und 100 PS. Volkswagen ergänzt die Ausstattung durch einige sportliche Extras: Nun sind Stabilisatoren vorn und hinten sowie Leichtmetallfelgen erhältlich, außerdem werden die Kurven jetzt auf Wunsch mit Halogenlicht ausgeleuchtet. Zum Abschluss gibt es eine visuelle Art der Leistungssteigerung: Die Tachoanzeige wird auf 250 km/h angehoben.

1973:

Die motorischen Änderungen vom Typ 4 werden übernommen, der 1,7-Liter-Einspritzmotor wird durch einen 85 PS starken 1,8-Liter-Doppelvergasermotor aus dem 412 S ersetzt. Die Räder (jetzt 5½ statt 4½ J) und Reifen (165SR statt 155SR) werden verbreitert, um Aussehen und Fahreigenschaften positiv zu beeinflussen. Alle Modellvarianten erhalten jetzt schwarze statt der bisher verchromten Stoßfänger.

1974:

Die ein Jahr zuvor modifizierten Stoßfänger werden für das letzte Produktionsjahr so ausgelegt, dass sie einen Aufprall von 5 mph ohne Beschädigung überstehen. Die Produktion läuft im Frühjahr 1976 aus (zuletzt nur noch für den US-Markt) – nach einer äußerst erfolgreichen Ära: Der VW Porsche ist in Deutschland der meistgebaute Sportwagen seiner Zeit. Von den Vierzylindermodellen werden insgesamt 115.631 Exemplare gefertigt.     

Modellpflege VW Porsche 914 1974:

Der 914 verabschiedet sich als meistgebauter Sportwagen seiner Zeit mit vergrößerten Prallflächen nach US-Norm.

VW Porsche 914

Werkscode: Typ 47

Prospekte

Prospekt: VW Porsche 914 Der VW-Porsche 914

Der VW-Porsche 914

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