California Dreaming

Baja California Bug (1968): Fahrspaß-Garant mit Kultfaktor

Mike Lensing hat den Boxer-Beat im Blut! Der selbstständige Restaurator und Tuner ist mit luftgekühlten Volkswagen groß geworden, er baute bereits 1973 mit väterlicher Unterstützung seinen ersten Käfer neu auf. Für die Sonderausstellung "Stadt, Land, Fluss" im AutoMuseum Wolfsburg hat er ein ganz besonderes Schätzchen mitgebracht: den knallig orange lackierten Baja California Bug, den er nach US-Vorbild aus einem 1200er-Käfer erschaffen hat. Der kultige Beach-Boxer sieht nicht nur rattenscharf aus, er hat auch ordentlich Dampf unter der Heckklappe.
Herr Lensing, Sie haben eine tolle Eigenkreation mitgebracht, einen selbst aufgebauten Buggy nach US-amerikanischem Vorbild. Was macht für Sie die Faszination an diesen Fahrzeugen aus?

Der Baja Bug vereint zwei Dinge, die mich faszinieren: Zum einen kann man damit richtig Spaß haben und sogar im leichten Gelände unterwegs sein. Zum anderen ist er auch als "Daily Driver" nutzbar, also durchaus alltagstauglich. Ich habe den Wagen genau an meine Wunschvorstellungen angepasst und zum Beispiel eine Standheizung eingebaut, weil die serienmäßige Heizung durch den Spezialauspuff nicht mehr nutzbar gewesen wäre.

Baja California Bug: Wildes Krabbeltier mit ordentlich Power im Heck

 

Klingt nach einer ziemlich bunten Mixtur. Aus welchen Zutaten besteht sie?

Fangen wir unten an: Die Bodenplatte ist ein Austauschteil für das Käfer-Modelljahr 1968. Hinten ist die damals sehr fortschrittliche Schräglenkerachse verbaut. Der Motor wurde auf 1,8 Liter aufgebohrt und wird von zwei 40er-Doppelvergasern gespeist. Auf diese Weise leistet er rund 90 PS. Damit er genügend Luft bekommt, habe ich ein Porsche-Gebläse verbaut. Der momentan am Fahrzeug montierte Auspuff ist ein amerikanischer Baja/EMPI, der hauptsächlich zu Showzwecken dient. Außerdem habe ich Schalensitze, einen Überrollbügel und eine Sportschaltung installiert.

 

Und die Karosserie?

Die stammt ursprünglich von einem einstigen VW 1200 Standard. Das war allerdings ein Unfallwagen mit defekter Front, deswegen habe ich den Vorderwagen umgebaut auf eine einteilige Flip-Front. Ansonsten war die Karosserie aber rostfrei und konnte weiterverwendet werden. Ich habe dann noch eine Sonnenblende in das Dach integriert und rundum getönte Scheiben installiert.

 

Sieht wirklich sehr gelungen aus. Ein tolles Projekt. Was haben Sie mit dem Baja Bug vor?

Dieses Jahr möchten wir mit dem Wagen mehrere Szenetreffen in unserem Umkreis besuchen. Des Weiteren ist auch noch eine Fahrt nach Le Mans mit anschließender Weiterfahrt an die Atlantikküste geplant. Für diese Urlaubstour haben wir auch einen stilistisch passenden Wohnwagen angefertigt.

 

Was ebenfalls gut geklappt hat, wie man in der Bildergalerie sieht. Woher kommt das Können?

Ich war bereits seit 1987 als Selbstständiger im Bereich Auf-, Umbauten und Wartungen von Baja Bugs, Trikes mit Käfer-Motoren, Speedstern und anderen luftgekühlten Fahrzeugen tätig. Das habe ich bis 1998 gemacht, danach begann meine Harley-Phase, in der ich mit meiner Firma "RoadRage Cycles Intl." dieselben Arbeiten an Motorrädern der Marke Harley-Davidson durchgeführt habe. 2012 kam dann der alte "Käfer-Virus" zurück – und ich begab mich zurück in die Vergangenheit. Ich habe die alten GFK-Kunststoffformen und Restbestände wieder hervorgekramt und einen grünen Baja Bug gebastelt, der aber nicht so ganz meinen Vorstellungen entsprach. Mit dem Neuaufbau des orangenen Autos wurde dann aber alles besser!