Plötzlich war der Golf da. Sein Publikum eroberte er im Sturm. Selbstverständlich war das nicht. Volkswagen hatte sich die Ablösung des Käfers nicht leicht gemacht.
Viele Jahre wurde konzipiert, gezeichnet, gebaut und getestet. Der Käfer war eben auch ein Welterfolg. Daran musste sich der Neue messen. Volkswagen war bereit, völlig neue Wege zu gehen: Wasser- statt Luftkühlung, Reihen- statt Boxermotor, Front- statt Heckantrieb, sachliches Design statt verspielter Rundungen.
Ab Mai 1974 stand der Golf in den Verkaufsräumen. Er überzeugte auf Anhieb. Er zeigte sich mit seiner großen Heckklappe unheimlich praktisch und ersetzte mit seinem Ladevolumen beinahe einen Kombi. Es gab ihn als Zwei- und als Viertürer, mit zunächst 50 und 70 PS. Sein Fahrwerk arbeitete mustergültig und ließ den Golf auch bei bislang undenkbaren Kurvengeschwindigkeiten sicher seine Bahnen ziehen. Die Motoren arbeiteten in der Tradition des Käfers problemlos und ermöglichten erstaunliches Tempo ohne allzu hohen Verbrauch. Das verdankte der Golf auch seiner aerodynamisch durchgestylten Karosserie.
Kaum zweieinhalb Jahre nach seiner Einführung hatten sich bereits eine Million Käufer für den neuen Volkswagen entschieden – das Auto, das eine neue Fahrzeugklasse definierte: die Golf-Klasse. Es sollte nicht das einzige Segment bleiben, die der Golf neu definierte.
Denn 1976 kam der GTI. Er lieferte die Vorlage für eine weitere, bis heute gültige Fahrzeug-formel: die des sportlichen Kompaktwagens. 110 PS stellte der mit einer K-Jetronic-Einspritzung bestückte 1.600-Kubikzentimeter-Motor zur Verfügung. Angesichts des geringen Eigengewichtes machten sie den GTI zum Maß der Dinge. Seine Fangemeinde wuchs täglich. Am Wörthersee im österreichischen Kärnten begann sich die größte Golf-Party aller Zeiten zu etablieren: das GTI-Treffen.
Wenige Monate nach dem GTI sorgte eine weitere Golf-Spielart für Furore: der Golf Diesel, der erste Diesel der Kompaktklasse.
1979 stand das erste Cabriolet des Golf in den Schauräumen der Volkswagen Händler. Zwei Jahre später baute Volkswagen in einer Kleinserie von 25 Exemplaren den CityStromer, den ersten alltagstauglichen Elektro-PKW. Als eigenständiges Serienmodell wurde der Golf zeitgleich als Formel E in das Programm aufgenommen.
Bevor die zweite Golf-Generation die Bühne betreten sollte, legte Volkswagen nochmals beim Ur-Golf nach. Der Selbstzünder erhielt Verstärkung durch den Turbodiesel, den GTD, der GTI bekam eine neue Maschine mit 1,8 Liter Hubraum und jetzt 112 PS. Mit dem GTI-Sondermodell Pirelli endete das erste Golf-Kapitel.


