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H.P. Baxxter steigt in den Volkswagen Scooter: ein Ausflug an die Elbe

Ein Hypertext mit 380 words per minute? Gemach, gemach. Muss ja nicht alles immer so abgehen, wie auf einem klanglich prall gefüllten Konzert. Von – genau: Scooter. Heute mal ganz leise. Trotz Doppelpack.

Auftritt H.P., gesprochen in etwa "Äitschpieh", weil ihn nun mal alle so nennen, und das seit langer Zeit. Hans-Peter Geerdes, 45, ursprünglich aus Leer in Ostfriesland stammend. Mittlerweile auf der ganzen Welt bekannt, privat dennoch weiterhin Norddeutschland treu geblieben. Als H.P. Baxxter ist er seit beinahe 20 Jahren Frontmann und Gesicht von Deutschlands erfolgreichster Technoband Scooter. Oh, weh: Jetzt rufen sie bestimmt alle in Gedanken wieder diese beiden Wörter: "Hyper! Hyper!" Doch damit muss man wohl leben, wenn man so populär geworden ist – vor allem durch den gleichnamigen Song. 

Wo kann man den kaufen?

Scooter-Frontmann H.P. Baxxter fährt mit dem aufsehenerregenden Volkswagen Prototyp "Scooter" an die Elbe - hier sind die Beweisfotos.


Heute machen wir mal auf leise. Das beginnt auf einem lauschigen Hamburger Hinterhof mit Gründerzeitfassaden, Kopfsteinpflaster und am Boden kauernder Dreirad-Rakete. Was ist falsch an diesem Bild? Nichts. Denn leise bedeutet ja nicht automatisch langweilig. Das weiß man spätestens, wenn man den melodiösen Gegenpart in Scooters Shout-out-Stücken erkennt. Und darum arbeiten wir jetzt auch am Start unserer Tour mit Brüchen und Gegensätzen:  Der "Scooter" von Volkswagen öffnet seine beiden Flügeltüren für H.P.: drei Räder, vier Zylinder, 1,4-Liter-Vierzylinder. 90 PS und – 220 Sachen Spitze. Richtig gelesen. "Alter, ist das schräg! Vor allem bei Vollgas in Kurven", denkt sich jetzt wohl insgeheim der Baxxter, als er sich ans Probe sitzen macht. "Geeht. Coole Flunder."

Was für eine Paarung: Scooter trifft Scooter – H.P. Baxxter steigt in den dreirädrigen Volkswagen Prototypen von 1986. Und wo soll's hingehen? Für alle Neulinge: Bei "Unterwegs mit Originalen" weiß der prominente Fahrer nicht, welches Auto die Redaktion für ihn beschafft hat – aber er darf sich drei Wunschziele auswählen. Ausgelost wird das Ziel unmittelbar vor Abfahrt – jetzt. "Denn woll'n wir maal ...", schnackt der Baxxter reinstes Nordhochdeutsch, indem er das Los des Tages zieht. Passend zur Stadt geht es ans Wasser, an die Elbe bei Wedel. Fährmannssand heißt der Ort: der Deich, ein Bauernhof, viele Schafe, noch mehr grüne Weide. 


Im Scooter herrscht so ungefähr das genaue Gegenteil dessen, was unser Reiseziel ausmacht: Kompakt sitzt man nebeneinander, um sich herum futuristisch anmutende Bedienungssatelliten, darum und darüber die käseglockigen Glasflächen des zweisitzigen Dreirads. Und: Kuschelig ist's hier drin! "Ne Klima wär nich' schlecht", meint H.P., als Scooter hoch zwei anrollt. Um gleich darauf in die Schranken verwiesen zu werden: Selbst seine 1,22 Meter Höhe müssen vor dem Schlagbaum kapitulieren, der Hof und öffentliche Straße voneinander trennt. Das Ding hier, es würde so verdammt gut in eines von Scooters Musikvideos passen, so wie Schutzanzug und Headset zum Leadsänger! Ein diskreter Fingertipp auf die Fernbedienung der Schranke, um den Weg frei zu machen – und hinaus geht es in den pumpenden Rhythmus des Großstadtverkehrs. Wir rollen als Begleitmusik von einem anderen Stern dahin.