Bücher & Magazine


Sollten Sie gelesen haben! Über kaum eine andere Marke wurde und wird so viel geschrieben wie über Volkswagen. Wir haben für Sie im automobilen Bücherregal gestöbert und stellen ausgewählte Literatur vor – spannend, bunt oder einfach zeitlos lesenswert.

 

Ralf Wenzlau:

Vom T2 zum Camper 
VW-Bus-Umbau leichtgemacht

Alles beginnt mit einem eher zufällig entdeckten Volkswagen T2b von 1979, dessen Signalorange seine Wirkung nicht verfehlt. Erinnerungen an einen T2 werden wach, den der Autor Ralf Wenzlau in den Siebzigern bereits zu einem Camper umgebaut hatte. Nur 33.456 Kilometer gelaufen, guter Zustand, etwas abgenutzte Behördeneinrichtung – Zugriff. Es wird ein Projekt, in das die gesamte Familie involviert ist. Am Ende steht ein wunderbarer Camping-Bulli, der auffällt, viel Freude macht und die Familie gemeinsam auf Reisen bringt. Die positive Erfahrung, die der Autor während des Umbaus macht, möchte er mit anderen Bulli-Fans teilen: Auch ohne allzu viele Spezialteile und als Hobby-Schrauber mit nur wenig Projekterfahrung kann man einen normalen Bulli in einen Campingtraum verwandeln.

 

Gut, dass Wenzlau sein Projekt akribisch dokumentiert hat. Innenausbau, Elektrik oder Motor oder Lackierarbeiten – das Buch führt, übersichtlich unterteilt, Schritt für Schritt führt durch den gesamten Umbau. Wie baue ich leichte und stabile Einbaumöbel? Wie erhalte ich die historische Fahrzeugsubstanz? Was muss ich bei den Arbeiten hinsichtlich der Hauptuntersuchung beachten? Leicht verständlich verfasste Beschreibungen, wichtige Details, Überblick über Materialien und Werkzeuge und dazu weiterführende Tipps finden sich auf den 148 Seiten. Mit insgesamt 349 Fotos ist dazu alles ausreichend bebildert. Das Gesamtkonzept dieses "Handbuches" geht auf, vermittelt es doch das gute Gefühl, dass der Untertitel hält was er verspricht: "VW-Bus-Umbau leichtgemacht".

 

Wer sich noch nicht getraut hat, seinen Bulli umzubauen, der sollte jetzt einfach mutig sein. Schauen Sie auf Ihren Volkswagen Transporter und stellen sich einmal ganz intensiv vor, wie stolz und glücklich Sie sein werden, wenn Sie damit erstmals auf Campingtour gehen. Das Gefühl, morgens im Bulli zu erwachen, sich an Bord einen Kaffee zu machen und mit der Tasse in der Hand zufrieden auf den selbst geschaffenen Camper zu schauen, ist unbezahlbar. Versprochen. Sie schaffen das. Dieses Buch hilft Ihnen dabei, bestimmt!

 

 

HEEL Verlag/2016
148 Seiten (349 Farbfotos), gebunden, 24,99 €
ISBN 978-3-95843-041-9

Thomas E. Dohna:

101 Dinge, die ein Oldtimer-Liebhaber wissen muss

Lohnt die Investition in Garagengold? Wie ist das eigentlich mit dem „H"? Was ist eine Gleichmäßigkeitsprüfung? Ist der Red-Flag-Act was Politisches? Und überhaupt. Automobile Klassiker sind ein weites Feld – wer sich mit Ihnen beschäftigt weiß, wie viel Geschichte, Geschichten und auch Geheimnisse sich hierin verbergen. Man könnte hierzu tief in die Materie einsteigen und das Bücherregal und den Kopf mit zahlreichen Fachbüchern füllen. Wer es aber lieber kompakt und kurzweilig mag, dem sei dieses kleine Handbuch ans Herz gelegt. Im handlichen Format und übersichtlich aufgeteilt, umfasst es alle Bereiche – von den Anfängen des Automobils über Karosserieformen, technischen Basisdaten und Motorsport bis hin zu gesellschaftlichen Aspekten, Prominenten und Veranstaltungen.

 

Der Autor ist seit 30 Jahren mit dem Thema Oldtimer vertraut, besitzt selbst diverse klassische Fahrzeuge und veranstaltet automobile Reisen – aus diesem reichhaltigen Erfahrungsschatz heraus hat er 101 interessante Aspekte herausgegriffen und unterhaltsam beleuchtet. So eignet sich das kleine Taschenbuch hervorragend als Lektüre für zwischendurch, für den ersten Einstieg, fürs Neugierdewecken und hält zudem vor allem in Sachen Automobilhistorie einige Aha-Effekte bereit. Perfekt für die Handtasche oder als Geschenk. Oder vielleicht möchten Sie auch einfach mal bei der nächsten Party mit knackigem Fachwissen und bunten Anekdoten rund um die Entwicklung des Automobils auftrumpfen? Mit diesem Büchlein können Sie das garantiert. Ansonsten haben sie ganz sicher einfach viel Freude beim Lesen.

GeraMond Verlag/2016
192 Seiten (ca. 120 Abb.), 14,99 €
ISBN 978-3-954613-419-7

Peter Gebhard:

Das große Bulli Abenteuer
Mit 44 PS von Instanbul ans Nordkap

"Wenn jemand eine Reise tut, so kann er was verzählen." Was dem Dichter und Journalisten Matthias Claudius schon 1785 aus der Feder floss, gilt auch über 230 Jahre später uneingeschränkt. Und wenn jemand 99 Tage lang in einem wunderbaren T1 durch Europa reist, dann erst recht. Wie Claudius ist auch Autor Peter Gebhard Journalist, außerdem Fotograf und zudem Bulli-Fan. Und so macht er sich mit seinem Assistenten auf, in einem rot-weißen T1 Europa von unten nach oben zu erkunden.


Am Bosporus, an der Grenze zwischen Asien und Europa, beginnt die Abenteuer-Tour. 14 Länder und knapp 15.000 Kilometer später endet sie am Nordkap. Der brasilianische T1 von 1975 zeigt sich hierbei nicht nur als sympathischer, sondern auch als treuer Begleiter. Die 44 PS im Heck bringen das Team zuverlässig über Pässe, Schotterpisten, Landstraßen und durch Großstädte. Bei so einer Bulli-Tour durch Europa gibt es viel zu erleben – und zu sehen. Zum Glück lässt Peter Gebhard andere daran teilhaben und nimmt uns in diesem Buch mit auf luftgekühlte Reisen. Weite Ausblicke, atemberaubende Landschaftsaufnahmen und teils spektakuläre Luftaufnahmen mit und ohne Bulli, dazu reizvolle Einblicke in das Leben der Menschen vor Ort, schön beobachtete Details – in knapp 300 Bildern ist Europa von einer äußerst facettenreichen, spannenden und persönlichen Seite zu sehen. Dazu gibt es Hintergrundwissen zu Historie und Gesellschaft der bereisten Regionen, locker eingebunden in einen lebendigen Reisebericht. Man nimmt unweigerlich Platz im T1 und ist mit dabei – im Getümmel von Istanbul, in entlegenen Dörfern der albanischen Alpen, auf Panoramastraßen Südtirols, bei sorbischen Festen in der Lausitz ebenso wie an den Stränden Nordjütlands oder in der Weite des Polarkreises.

Das Buch ist vieles: Bildband, Reiseführer, Bulli-Hommage und Reisereportage, bunt und informativ. Auf alle Fälle aber ist es absolut empfehlenswert. Nur Vorsicht: Dieser Bulli-Roadtrip macht Lust auf eigene Abenteuer. Nachhaltig sogar.

Frederking & Thaler Verlag/1. Auflage 2017
192 Seiten (300 Farbfotos), 39,99 €
ISBN 978-3-95416-208-6

Kalender

Volkswagen Kalender 2017

Mit dem Typ 3 zum Bootsliegeplatz in Kalifornien. Oder im Käfer durch die verschneiten Alpen. Die Familie am besten in den Volkswagen Variant 1600 verladen und ab gen Süden. Mit einem Klassiker im Zeichen der Wolfsburg kommt man rum und überall hin. Und wenn es nur in Gedanken ist. Diese Traumreisen gelingen mit dem Volkswagen Kalender 2017 ganze 12 Monate lang. Versprochen.

 

Die Historische Kommunikation Volkswagen hat auch für den neuen Wandkalender wieder seltene Fotografien ausgewählt, die einstige Neuwagen zeigen – perfekt in Szene gesetzt. Heute nehmen uns die Pressebilder mit auf eine charmante Zeitreise in den Lebensstil der Sechzigerjahre. So geht es im Februar auf Dienstreise und mit dem T1 direkt aufs Rollfeld, denn praktischerweise passen in das Sondermodell "Samba" alle Insassen für den Privatflug hinein. Ein Volkswagen 411 sorgt im April für Frühlingsgefühle im Park. Der Karmann Ghia scheint ideal für die Tour mit den Jungs – er zeigt sich im März rassig auf dem Reiterhof und im August naturnah beim Angeln im Tessin. Im Juli geht's am liebsten im Käfer Cabriolet an den Strand. Und zum Jahresende dreht die Jugend auf dem zugefrorenen Bergsee auf schnellen Kufen lässig ihre Runden – und Mutterns cooler Käfer bringt sie anschließend auf Rädern sicher wieder heim.

 

Dreizehn farbige Motive aus dem Volkswagen Unternehmensarchiv zeigen luftgekühlte Volkswagen in den 1960er-Jahren im großzügigen, fast quadratischen Format, 12-mal oberhalb mit einem dezent gestalteten Kalendarium versehen. Damit kommen Sie garantiert gut durchs Jahr 2017.

 

Volkswagen Aktiengesellschaft/2017

Wandkalender mit 13 Blättern mit Farb-Fotos (Format 34,2 x 49,6 cm), 14,95 €

ISBN 978-3-935112-52-9

 

Erhältlich im Buchhandel, im AutoMuseum Volkswagen (direkt oder Versand) oder im Online-Shop von Volkswagen Classic Parts.

 

Schatzkammer
Die wichtigsten Exponate der Sammlung des AutoMuseum Volkswagen

Willkommen in der Schatzkammer des AutoMuseums Volkswagen! Dieser Katalog listet die exklusivsten und bedeutendsten Exponate der Sammlung auf. Präsentiert werden insgesamt 120 Fahrzeuge aus verschiedensten Epochen der Marke Volkswagen, angefangen vom KdF-Käfer aus dem Jahr 1943 bis zum Hightech-Rallyeauto Race Touareg von 2011.


Das Besondere am Katalog: Die dort gezeigten Fahrzeuge sind nie alle gleichzeitig im Museum zu sehen, dessen Dauerausstellung aus etwa 120 Modellen besteht. Insgesamt umfasst die Sammlung rund 250 Fahrzeuge, hinzu kommen diverse Leihgaben. Die "Schatzkammer" zeigt die attraktivsten von ihnen, wobei ein Schwerpunkt auf faszinierende Prototypen, Studien und Unikate gelegt wurde. Dazu zählen beispielsweise das frühe Konzept einer Oberklasse-Limousine "EA 128" aus dem Jahr 1963, der mit zwei je 180 PS starken Motoren ausgestattete Versuchsträger "Scirocco Bimotor" aus dem Jahr 1982 oder das rassige, für Messezwecke angefertigte W12 Coupé mit 600 PS.

Jedes der Exponate wird mit einer Kurzbeschreibung auf Deutsch und Englisch vorgestellt, dazu gibt es jeweils eine Tabelle mit den wichtigsten technischen Daten.

Delius Klasing Verlag/1. Auflage 2015
128 Seiten (170 Farbfotos, 1 S/W-Foto), 16,90 €
ISBN 978-3-667-10260-7

Edwin Baaske (Hg.):

Bulli Love

Es ist ein Prachtband und eine großformatige Liebeserklärung an den Bulli. Edwin Baaske, szenebekannter Autor und Volkswagen Fachmann, hat in Zusammenarbeit mit zahlreichen Autoren ein Buch herausgegeben, das die Freude am Bulli und das damit verbundene Lebensgefühl plakativ in den Vordergrund stellt. Persönliche Geschichten statt technischer Daten, Schmökern statt Nachschlagen – gemäß dem Motto der Autoren "Der Bulli sind wir – eine Liebesgeschichte mit immerwährendem Happy End". Und so sorgen groß gezogene Fotos voller Faszination und Exotik für Fernweh. 182 Fotos beleuchten das Leben mit einem Bulli auf facettenreiche Weise und machen Lust auf mehr. 33 weltweit zusammengetragene Stories mit teils sehr persönlicher Note zeugen vom Tiefgang und Aufwand der Recherche. 

 

Unter den vorgestellten Protagonisten finden sich nicht nur Prominente wie Jacky Ickx sondern auch Enthusiasten wie Alexander Prinz, der unlängst in der Wolfsburger Stiftung AutoMuseum Volkswagen eine weithin beachtete T2-Sonderausstellung organisiert hatte.

 

Das Themenspektrum spannt sich vom T1 bis zum T3, von originalgetreu restaurierten Schmuckstücken bis zu heißen Umbauten (T1 mit 993-Technik, Renntransporter). Der inhaltliche Ausflug zum aktuellen T6 wirkt indes deplatziert – hier wäre ein Beschränkung auf die frühen Modelle mit luftgekühlten Motoren besser und glaubhafter gewesen.

 

Das Buch ist stimmig – und wirkt: Wer noch kein Gefährt sein Eigen nennt, dem drängt es unwillkürlich die Frage auf: Warum habe ich eigentlich noch keinen Bulli ... ? Als Fazit bleibt, dass dieses Buch keinesfalls Wissensspeicher oder Nachschlagewerk ist, sondern in erster Linie denjenigen Freude bereiten soll, die – vom Bulli-Virus infiziert – genau auf so eine Liebeserklärung gewartet haben.

 

Delius Klasing Verlag/1. Auflage 2015

200 Seiten (182 Farbfotos), 49,90 €

ISBN 978-3-667-10303-1

Christof Vieweg

Volkswagen Raritäten
Prototypen, Forschungswagen, Studien

Heute zeigt Volkswagen jährlich vier bis fünf Showcars, manche davon finden den Weg in die Serie. Andere testen lediglich den Publikumsgeschmack, und machen vielleicht auch den Machern selbst Mut, unkonventionell zu denken. Dass auch in der Vergangenheit Zukunftsmodelle in Wolfsburg oder im Wolfsburger Auftrag entstanden, wurde gerade in den 50er-Jahren so lange angezweifelt, bis Volkswagen Generaldirektor Nordhoff auf einen Schlag gleich 36 geheime Prototypen vor der Presse aufrollen ließ. Bis zur Ablösung der luftgekühlten Autos Anfang der Siebziger wurden die verschiedensten Prototypen gefertigt – darunter Luxuswagen und Cabriolets vom Allerfeinsten. Und im Vorlauf auf die neue Generation (Passat, Golf, Scirocco, Polo) entstanden eine Vielzahl von Ideenträgern, die teilweise nur um ein Haar die Serienumsetzung verpassten (z.B. EA 266). Besonders fleißig waren seinerzeit die Kollegen bei Karmann in Osnabrück, die fast im Jahresrhythmus neue Stilstudien dem Volkswagen Vorstand schmackhaft machen wollten.

 

Mit dem erweiterten Modellportfolio der wassergekühlten Ära stieg die Zahl der Kleinstserienmobile, Forschungs- und Designstudien, selbst Kenner haben längst den Überblick verloren. Nicht so Christof Vieweg, der als gründlich recherchierender Automobilfachmann alles zusammengetragen hat, was sich zum Thema finden ließ. Und das war erheblich mehr, als selbst Volkswagen Insider ahnen durften. Dieses Buch zu durchblättern macht Spaß – bei vielen Modellen setzt das große Staunen (oder auch Kopfschütteln) ein. Die rund 35 Euro für dieses Buch sind es absolut wert, wenn man die ideellen Vorgänger so mancher tollen Volkswagen Idee heutiger Tage kennenlernen will.

 

So ganz nebenbei ist Viewegs Werk auch eine prächtige Ergänzung der noch bis zum 12. Juli 2015 im AutoMuseum Volkswagen laufenden Prototypen-Sonderausstellung.

 

GeraMond Verlag/2015

168 Seiten (180 Abbildungen), 34,99 €

ISBN 978-3-86245-721-2

Peter Kurze/Lutz Gaas:

Karmann Ghia
Der VW im Gala-Kleid

Vielleicht sind wir ja heute verwöhnt. Sicherlich. Denn wer, sind wir doch einmal ehrlich, würde sich aktuell in ein Auto mit 30 oder 50 PS setzen, ohne wirklich wirksame Heizung und mit beengten Platzverhältnissen dazu? Nun, wir alle täten es, wenn sich auf der formvollendeten Karosserie dieses Autos der geschwungene Chromschriftzug "Karmann Ghia" schmiegen würde. Und, wenn wir mal die Kirche der ständig steigenden Ansprüche im Dorfe ließen: Das, was auf dem Papier bereits vor 40 Jahren etwas belächelt wurde, war zum Zeitpunkt seines Erscheinens 1955 der ganz große Wurf – und für viele, die gerade erst vom Fahrrad auf die Vespa oder maximal in einen Goggo oder Janus umgestiegen waren, ein ziemlich unerreichbares Automobil der Extraklasse. Und hinreißend gezeichnet war der Karmann Ghia dazu, in den USA galt er zudem als echter Sportwagen. Das alles hatte Wilhelm Karmann erkannt und der potenziellen Marktchance mithilfe des italienischen Automobil-Stilisten Luigi Segre (Carrozzeria Ghia), der mit dem Lincoln Futura auch die Basis für das erste "Batmobil" schuf, zur Bestform verholfen. Als der kritische Volkswagen "General" Heinrich Nordhoff Zustimmung zum Bau des Coupés auf Käfer-Basis gab, war der Deal perfekt. Und eine "Ervolks"-Geschichte geboren: Von 1955 bis 1974 verließen "großer" (ab 1961) und "kleiner" Karmann sowie das Cabriolet die Produktionsanlagen in Osnabrück.

 

Alles Dinge, die Karmann-Kennern nicht unbekannt sein dürften, richtig. Dennoch sollte man das Buch "Karmann Ghia. Der VW im Gala-Kleid" nicht beim Buchhändler im Regal belassen, sondern mitnehmen. Es passt nicht nur perfekt zum 60-jährigen Jubiläum dieses Klassikers sondern liefert das, was uns jenseits aller nachgezeichneten Historie besonders fasziniert: zeitgenössische Aufnahmen mit dem Karmann Ghia in einem spannenden, bewegenden, manchmal auch amüsierenden Mix aus Privat-, Werbe- und Hersteller-Aufnahmen, die das Kaleidoskop damaliger Zeit berührend widerspiegeln. Ergänzt werden diese Bilder durch alte Anzeigenmotive und, nicht zuletzt, durch Bildunterschriften im beschwingt-leichten Stil, angereichert durch augenzwinkernde Ironie. Zusätzlich zu den präsentierten Serien- und Sondermodellen, Eigenbauten, Prototypen und dem Schwenk ins Werk von Karmann do Brasil liefert das Buch auch die wichtigsten Zahlen und Daten aus 19 Jahren Karmann Ghia Produktion. Wer sich nach Lektüre dieses sympathischen Bandes nicht sofort einen Karmann kauft, der hat schon einen. Mindestens.

 

Delius Klasing Verlag/2. Auflage 2009

112 Seiten (92 Farbfotos, 102 S/W-Fotos, 26 farbige Abbildungen), 14,90 €

ISBN 978-3-7688-1724-0

Magazin, div. Autoren:

MODELL FAHRZEUG Nr. 1/2015
Jubiläumsausgabe: 25 Jahre Modellautoträume
1990 ging es los mit der liebevoll gemachten Spezialzeitschrift MODELL FAHRZEUG, mittlerweile ist es das führende Magazin für Autominiaturen. Jetzt liegt das Jubiläumsheft am Kiosk – randvoll mit Informationen, aufwendig illustrierten Reportagen und einer Chronik der spektakulärsten Beiträge der letzten 25 Jahre.
 
Besonders empfehlenswert für Volkswagen Fans: Auf vier Seiten werden die zehn witzigsten Volkswagen Modelle vorgestellt. Ob Space Patrol Käfer Cabrio aus Japan, Katzen-Käfer aus Hongkong oder chinesischer Unfall-Käfer – die Käfer-Variationen sind wild und bunt. Und was als Kinderspielzeug einst auf dem Dachboden landete, könnte heute längst eine begehrte Wertanlage sein.
 
Als Extra gibt es ein 20-seitiges Booklet über Porsche und die dazugehörigen Modelle. Im Porsche-Spezial bringt Designchef Michael Mauer die Leidenschaft für die Kleinen auf den Punkt: "Wer Autos liebt, hat auch Modellautos." Herzlichen Glückwunsch zum Jubiläum!
 

Delius Klasing Verlag/2014

Nr. 1/2015, 108 Seiten mit Einleger, 5,90 €

Peter Kirchberg:

Der Typ 650
Auto Union, BMW, Awtowelo – die Geschichte eines rätselhaften Rennwagens
Was für Sachsen heute Volkswagen ist, war vor dem Zweiten Weltkrieg die Auto Union: der größte industrielle Arbeitgeber des Freistaats. Mit Firmensitz in Chemnitz, symbolisierten vier Ringe im Logo den Zusammenschluss der sächsischen Marken Audi, DKW, Horch und Wanderer zur Auto Union, aus der später die Audi AG hervorging. In den 1930er-Jahren war die Auto Union AG Spitzenreiter bei den Achtzylindern – noch vor Mercedes-Benz. Die V16- und V12-Konstruktionen, die bei Horch in Zwickau entstanden, dominierten den Grand-Prix-Motorsport. 
 
Dass aber auch nach dem Zweiten Weltkrieg zwei weitere silberfarbene Monoposti in Sachsen entstanden, ist weithin unbekannt: Prof. Dr. Peter Kirchberg, historischer Berater der Audi AG, erzählt im vorliegenden, reich bebilderten Buch die spannende und überaus facettenreiche Geschichte dieser beiden Rennwagen.
 
Bei ihnen handelte es sich keineswegs um ein geheimes Vorkriegsprojekt, wie zuweilen angenommen, sondern um Auftragsarbeiten für die sowjetische Besatzungsmacht, die mit den Rennwagen in die Formel 2 einsteigen wollte. Letztlich scheiterte dies, und die Fahrzeuge kamen in die damalige DDR zurück. Dort durchlebten und durchlitten sie verworrene Zeiten, Umbauten, Filmeinsätze und Besitzerwechsel. Einer der beiden Wagen landete im Rennsportmuseum Donington, wo er – fälschlicherweise – mit den vier Ringen gekennzeichnet wurde und bei Demoläufen antrat. Heute ist dieses Auto in einer Sammlung in Niedersachsen zu bewundern, während sich das Chassis des zweiten Autos im Industriemuseum Chemnitz befindet.
 
„Der Typ 650" ist ein Buch für Fans und Interessierte, die in Anbetracht der zahlreichen Falschmeldungen, Gerüchte und Verschwörungstheorien, mit denen gerade die Ost-West-Automobilgeschichte belastet ist, Wert auf fundiertes Wissen legen. Der Autor ist ein Fachmann, dessen Literatur Appetit auf mehr macht. Ein Tipp für den Gabentisch: Büchergeschäfte und Antiquariate durchstöbern, denn Kirchberg hat derzeit mehrere Titel auf dem Markt.
 

Delius Klasing Verlag/2014

152 Seiten, 29,90 €

ISBN 978-3-7688-3876-4

Hans-Jürgen Schneider:

Passion Youngtimer – VW Golf I
Modellgeschichte – Kaufberatung – Pannenhilfe

40 Jahre Golf – und Hans-Jürgen Schneider, ehemaliger Redakteur der Auto Zeitung, der inzwischen einen Fachverlag in Frankreich betreibt, bringt pünktlich zum Jubiläum ein neues Buch heraus, das sich ausschließlich dem Golf I widmet. Und so viel schon vorab: Respekt für dieses Werk.

 

Bereits 1984 verfasste der Autor ein schmales Reparaturhandbuch zum Golf I (erschienen im BLV-Verlag), das die Basis für den technischen Teil des neuen 240-Seiten-Wälzers bildet. Vieles hierin hat man so noch nie gelesen: Schneider hat in seiner Fleißarbeit Hunderte von deutschen und französischen Zeitschriften ausgewertet, lässt die damals noch sehr ausführlichen zeitgenössischen Tests Revue passieren und beleuchtet nahezu jeden Aspekt der Golf I-Historie.

 

Auf über 100 Seiten werden der Golf und seine Derivate Cabriolet, Jetta und Caddy vorgestellt – mit allen Detailänderungen und mit Plus-/Minus-Einschätzungen damaliger Testredakteure. Dem folgt ein 20-seitiger Tuning- und Sport-Teil, der wirklich kaum Fragen offen lässt. Ein umfangreicher Praxisteil schließt sich an, der Schraubern, Kaufinteressierten und Sachverständigen kompetent Informationen liefert: Nach Baugruppen geordnet, erfolgt eine treffgenaue Analyse der Technik einschließlich entsprechender Tipps zur Fehlerbehebung. Dazu kommen eine Kaufberatung und die detaillierte Schilderung des Aufbaus eines zu diesem Zweck erworbenen Demonstrationsobjekts, eines unrestaurierten Golf Formel E.

 

Dass dieses Buch üppig und hervorragend illustriert ist, entspricht dem Selbstverständnis des Autors, dem Inhaltsvolumen wichtiger als plakative Ästhetik ist. Sage und schreibe 564 Fotos, 27 Zeichnungen, 150 Dokumente plus 30 Tabellen finden sich in diesem Werk – mehr geht nicht. Das Buch folgt komplett der alten Rechtschreibung, was hinsichtlich Schneiders Werk von 1984 konsequent ist, achtsamen Lesern im Jahr 2014 jedoch irritierend auffallen dürfte, ebenso wie die zahlreichen Flüchtigkeitsfehler.

 

Schneiders "VW Golf I" ist ein Muss für die Szene, aber auch für Neueinsteiger. Und was Schneider nur andeutet, sei hier deutlich ausgesprochen: Unverbaute Golf I, gerade aus den frühen Jahren 1974 bis 1976, sind zu begehrten Oldtimern geworden. Man findet sie nur noch mit allergrößter Mühe und sehr viel Glück. Sollten Sie also die Idee haben, sich einen Golf der Anfangsjahre zuzulegen, sollten Sie unverzüglich auf die Suche gehen und auch den weitesten Weg nicht scheuen. Dieses Buch dürfte die ideale Inspirationsquelle sein.

 

Schneider Media/Delius Klasing Verlag/2014

240 Seiten, 24,90 €

ISBN 978-3-7688-5808-3

Bernd Wiersch:

Als der Käfer laufen lernte 
Ein großformatiger Bildband mit einem etwas sperrigen Untertitel: "Bilder vom Band: Die VW-Produktion der frühen Jahre". Gemeint ist hier das Fließband. Ach so. Aber damit ist auch klar, dass Dr. Bernd Wiersch – früherer Leiter des AutoMuseums Volkswagen und Käfer-Kenner par excellence – keineswegs bloß eine zigste Neuschreibung der Historie des Kult-Krabblers, sondern etwas noch nie Gesehenes herausbringt: Auf 224 Seiten werden 170 bislang unveröffentlichte Fotografien aus der frühen Volkswagen Produktion gezeigt. Die kommentierten Schwarz-Weiß-Bilder dokumentieren die zeitgenössische Fertigung des Käfers, vom Pressen der Karosseriebleche bis zum Einziehen des Kabelbaums. Die Fertigungstiefe war damals extrem hoch, Zulieferer gab es zunächst kaum. Das Ganze ist garniert mit meisterhaften Aufnahmen der Facharbeiter und deren Beschreibungen der damaligen Situation. Die nicht immer einfach war, wenn man bedenkt, dass es weder eine Autobahn-Anbindung Wolfsburgs noch ausreichend Wohnraum gab.
 
Die eindrucksvollen Bilder entstanden sozusagen als Nebenprodukt des 1953 gedrehten, längst vergessenen Dokumentarfilms "Aus eigener Kraft" von Franz Schroedter. In jenem Jahr, als der 500.000. Käfer vom Band lief, sollte Schroedters Film Käufern und Mitarbeitern die Qualität des Volkswagen verdeutlichen. Dass es einmal über 21,5 Millionen werden würden und sich auch ein Arbeiter am Fließband seinen eigenen Käfer würde leisten können, das ahnte damals noch niemand. Fotos und Negative verschwanden schließlich in einem urigen Reisekoffer, der lange unbeachtet herumstand – und dann im Zuge einer Haushaltsauflösung wieder auftauchte. Heute befindet sich der Nachlass im Besitz der rührigen jungen Macher des Automuseums Prototyp in Hamburg. Sie haben diesem Thema eine Sonderausstellung gewidmet, denn derart einzigartige Aufnahmen gehören nicht unter Verschluss, sondern sollten den Fans zugänglich gemacht werden. Ein Besuch des Museums im Hamburger Hafen lohnt unbedingt – wie auch der Bildband.
 

Delius Klasing Verlag/2013

224 Seiten, 39,90 €

ISBN 978-3-7688-3687-6

Bookazin, diverse Autoren:

Volkswagen Golf 1
Young Classics – kaufen, pflegen, fahren/Band 4

Mal ganz ehrlich: Was, bitte schön, soll man über den Golf I noch schreiben? Dass er der Käfer-Nachfolger und Volkswagen Ikone wurde, geistiger Vater einer nach ihm benannten Kompakt-Klasse ist, ein meisterhaftes Design von Maestro Giugiaro besitzt und als Golf zum Weltmeister, als GTI zum Sportfahrer und als Diesel zum Spritsparer gedieh? Richtig, dies alles sollte man einmal unterhaltsam und in kompaktem Format zusammenfassen. Und dann noch hinzufügen: die bunte Fanszene, die tollsten Rallye-Erfolge, den Krimi um die geheime GTI-Entstehung, die unglaublichsten Tunings und Umbauten sowie Tipps, was man einfach getrost alles selbst am technisch genialen Golf I schrauben kann. Dazu die ganzen coolen Miniatur-Modelle! Die vielen Publikationen! Ja – so ein Buch, das wär' was! Wie? Gibt's schon? – Als Bookazine, und es nennt sich "Young Classics – Volkswagen Golf 1". Na, dann können wir uns ja hier und jetzt die vielen guten Worte sparen. Ein Muss für jeden Golf-Fan – und für all diejenigen, die es noch werden wollen. Und sie werden es: spätestens nach diesem genuss- und wissensreichen Band.

 

Delius Klasing Verlag/2013

166 Seiten, 12,90 €

ISBN 978-3-7688-3669-2

Dietmar Stanka:

Erlebnisziele Auto
Eine Reise zu Geschichte und Gegenwart

Oh Gott, schon wieder ein Band über Automobilmuseen? Jein. In der Tat gibt es deren Dutzende, und man fragt sich, wer in Zeiten des Internets noch Museumsführer in gedruckter Form haben will. Doch dieses Büchlein ist insoweit interessant, weil es – in der Reihe "explorise Wege"  als Band 5 einer internationalen Reiseführer-Serie erschienen – auf sechs verschiedenen Routen durch Deutschland und Österreich  führt. Und bemüht ist, alle wichtigen Automobilmuseen am Wegesrand einzusammeln – und das sind doch mehr, als man glauben mag, auch wenn längst nicht alles erfasst worden ist. Autor Dietmar Stanka hat 65 Sammlungen im Norden, Westen, Osten, Südwesten und Südosten Deutschlands sowie neun Kollektionen in Österreich zusammengetragen. Die Schweiz bleibt leider unberücksichtigt.

Für Volkswagen Fans besonders lesenswert sind die Seiten über Gaal (Käfermuseum), Gmünd (Ur-Porsche-Sammlung), Hessisch Oldendorf (Bullimuseum), Wolfsburg und Osnabrück. Leider wird nicht explizit darauf hingewiesen, welche Sammlungen öffentlich sind und welche nicht, wie dies beispielsweise in Osnabrück der Fall ist. Dennoch – als Routenplaner taugt die Broschüre allemal, weitere Detailinformation kann man aus dem Netz ziehen. Und vielleicht reizt die Fleißarbeit von Dietmar Stanka ja den ein oder anderen, die bislang unbekannte Nachbarschaft zu erforschen, in der es durchaus Neues zu entdecken gibt. Denn mehr und mehr Fans öffnen ihre Sammlungen, wie nicht zuletzt die Meilenwerke oder Klassik-Remisen in Berlin, Dresden, Düsseldorf oder Stuttgart zeigen. Merkwürdigerweise sind diese Klassiker-Paradiese im Buch (noch) nicht zu finden – geben wir das einfach mal mit der Betreffzeile "Geheimtipp" als Anregung an den Autor weiter.

 

Grebennikov Verlag/2013

160 Seiten, 16,90 €

ISBN 978-3-941784-34-5

Eckhard Schimpf:

Porsche & Piëch 
Die Rennwagen des Ferdinand Piëch von 1963 bis 1972

 

Ein Titel voller Dynamik und Spannung – einerseits die legendäre Sportwagenmarke, deren Kultmobil namens 911 heuer fünfzig wird, auf der anderen Seite Ferdinand Piëch, der wohl einflussreichste Automobilmanager der Gegenwart. Piëch war von 1963 bis 1972 als Entwickler und Technik-Chef bei Porsche – und sorgte dort für die spektakulärsten Rennwagen, die je aus Zuffenhausen kamen. Es begann mit den Typen 910 und 907 sowie den leichten und superleichten Typen 908 und 909, der Bergspyder wog nur noch 380 Kilogramm. Der Inbegriff des kompromisslosen und zunächst „unfahrbaren" Rennwagens aber war der 917: Dieses Fahrzeug markierte den Höhepunkt der Ära Piëch bei Porsche. Erst von diesem Zeitpunkt an war die kleine Firma Porsche angekommen im Olymp des Motorsports – mit drei Weltmeistertiteln, diversen Europameisterschaften und dem Gewinn der amerikanischen Can-Am-Serie. Dass Piëch nebenbei noch dem zivilen 911er Motor auf die Sprünge geholfen hatte, erwähnt dieses Buch genauso wie zahllose Petitessen, die man noch nie so gelesen hat. 

 

Der Autor Eckhard Schimpf, Journalist und früher selbst Rennfahrer, erzählt locker, aber respektvoll und absolut glaubwürdig. Er ist seit Jahrzehnten ein Weggefährte von Ferdinand Piëch und einer seiner wenigen Vertrauten. Entsprechend tiefschürfend und informativ ist das beeindruckende Werk, das auch einige der zeitgenössischen Rennfahrer zu Wort kommen lässt. Willi Kauhsen, Hans Hermann und Kurt Ahrens haben sich beispielsweise immer wieder während der öffentlichen Präsentationen dieses Buches als Zeitzeugen zur Verfügung gestellt und stehen noch heute im Bann jener Ära. 

 

Die 180 Bilder stammen von Ferdi Kräling, einem Urgestein der Rennfotografie, sowie vom Lichtkünstler Markus Bolsinger – damit ist dieses schwerwiegende Buch inhaltlich wie illustrativ eine absolut runde Sache.  

 

 

Delius Klasing Verlag/2013
272 Seiten, 49,90 €
ISBN 978-3-7688-3593-0

Erik Eckermann (Hrsg.):

Auto und Karosserie 
Geschichte - Fertigung - Design. Von der Kutsche bis zum Personenwagen

 

Ein (inhalts)schweres Kompendium, das seinesgleichen sucht: Immerhin 76 internationale, renommierte Fachautoren haben hier ihr Wissen kundgetan und sich letztlich selbst ein Denkmal gesetzt. Das nach langem Vorlauf fertiggestellte und dankenswerter vom AvD unterstützte Buchprojekt spricht in erster Linie Ingenieure, Restaurierer und Technikhistoriker an. Außerhalb dieser fachlichen Zielgruppe dürfte das Werk als etwas zu speziell und hochpreisig gelten. Der „Wagenbau" wird ausführlichst beschrieben, einschließlich der wichtigsten Fertigungsmethoden bis hin zu Lackierung. Auch die Themen Automobilität, Design und Werkstoffe nehmen breiten Raum ein. Für interessierte Laien dürften vor allem die 120 Einzelbeschreibungen von deutschen Karosseriefirmen auf zirka 300 Seiten relevant sein – wobei verwirrenderweise bereits in den vorgelagerten Kapiteln auf spezifische Karosseriethemen bei BMW, Borgward, DKW und Ford eingegangen wird. Für Volkswagen Fans besonders hervorzuheben: Dannenhauer & Stauss, Karmann, Papler und Rometsch werden ausführlich gewürdigt. 
 
Der Herausgeber ist bekannt durch zahllose Veröffentlichungen und seine Tätigkeit als Konservator am Deutschen Museum in München, seine Mitstreiter, darunter Koryphäen wie Audi-Historiker Prof. Peter Kirchberg oder Daimler-Nachlassverwalter Dr. Harry Niemann gelten als Autoritäten auf ihren Fachgebieten. 
 
Allein 1.507 Abbildungen in Schwarzweiß (einige davon leider fehlerhaft beschriftet) bereichern das Werk. Fehler und Dopplungen nehmen wir angesichts der Fülle des Materials mit einem gewissen Verständnis hin – denn allein für das Lektorieren eines Mammut-Werks mit knapp 80 Autoren sei zutiefst Respekt gezollt. 

 

Springer Vieweg/2013
848 Seiten, 99,99 €
ISBN 978-3-658-01193-2

Roland Löwisch:

Auto-Mobilität  
Wie der Mensch das Laufen verlernte. 500.000 v.Chr. bis heute

 

Welch ein Titel, welch ein Anspruch, welch ein Auftritt! Ein gut drei Kilo schweres Blätterwerk in aufwändigster Aufmachung, geschützt durch einen wertig wirkenden Holz-Schuber – so etwas bekommt man auch als Rezensent nur selten in die Finger. Vermutet man anfangs noch, hier werde der x-te Versuch unternommen, die Automobilgeschichte mittels schöner Fotos und knapper Texte an den Mann zu bringen, merkt man schon beim ersten Blättern des großformatigen Prachtbandes: Hier wurde viel Zeit investiert und auf eine fast wissenschaftlich anmutende Art und Weise alles (und noch mehr) niedergeschrieben, was zum Thema individuelle Mobilität wissenswert scheinen könnte. Selbst ausgewiesene Kenner der Materie kommen ins Staunen. 

 

Dieses Buch ist nichts für lediglich eine durchschmökerte Nacht, es reicht für weit länger. Es überrascht zudem mit einem gewagten Mix aus minutiösen Details, packenden Anekdoten, aber auch staubtrockenen Zahlenspielereien. Allein der Anhang ist 70 Seiten lang. Durch das ganze Buch führende, mehrfarbige Kennzeichnungen für Firmen, Personen und Innovationen sollen den Überblick erleichtern – was nicht immer ganz leicht fällt. Mutig: Der Schwerpunkt liegt auf Text und Information statt auf Bebilderung, das gibt es wirklich selten. Strikt chronologisch geordnet trifft quasi das gesamte Weltwissen der Autogeschichte auf den hoffentlich geduldigen Leser. Fakten, Fakten, Fakten – wer zum Quiz antreten will, wäre nach Studium dieses Buches auch auf die abseitigsten Fragen zum Thema präpariert. 

 

In Zeiten oberflächlicher Unterhaltung bleibt zu hoffen, dass viele Leser den hohen Anspruch wertschätzen und das Engagement des Hamburger Journalisten und Autors mit stolzen 149 Euro gerne honorieren. Derartige Bücher sind allemal eine lohnende Investition, und so dankt auch Roland Löwisch in seinem Vorwort den Lesern: "Weil es ohne Freunde des Papiers bald keine Bücher mehr geben würde."

 

Verlagshaus Monsenstein und Vannerdat/2012

504 Seiten/Holzschuber, 149,- €

ISBN 978-3-942153-04-1

Alexander F. Storz:

Schrader-Typen-Chronik
VW Käfer 1953 – 1978

Nichts ist so schön wie die Einfachheit. Jedenfalls auf Dauer. Denn sie führt uns schließlich zu einer ganz großen Gelassenheit. Kenner wissen, worüber wir schreiben: Oft kann „viel" in „zu viel" umschlagen, und dann wird's anstrengend. Völlig gelassen begegnen uns in Alexander F. Storz' Buch „VW Käfer 1953 – 1978" aus der Reihe „Schraders Typenchronik" diejenigen Menschen, die wir unterwegs mit ihrem Käfer betrachten dürfen. Storz beginnt zwar das Buch mit der gebotenen Chronistenpflicht, durchfährt die faktenreichen Zeilen jedoch immer wieder mit Alltags- und Freizeitszenen aus den besprochenen Jahren. Das ist herrlich, das ist Zeitkolorit. Es war nicht immer alles einfach, damals, aber es war zuweilen einfacher als heute. Nicht immer, nicht alles, klar; aber sofort möchten wir eigentlich den Rechner herunterfahren, die Jeansjacke überwerfen und sich in den draußen garantiert auf uns wartenden orangefarbenen Käfer schwingen. Und ab an den nächsten Baggersee. Oder zur Apfelblüte. In die Berge. Oder einfach nur fahren. Mucke an, schnell noch die mit Holzfolie laminierte Zubehör-Ablage und Chrompolitur gekauft, denn über Tuning wird hier auch einiges geschrieben, und los geht's. Gern auch im Jeans-Käfer. Und wenn wir dann fast am Ende des Buches angelangt sind, werden da noch die Auslandsproduktionen in Wort und Bild aufgeführt, ganz zum Schluss dann die Sonderkarossen vom Rometsch & Co. bis hin zu den quietschebunten Buggys und technische Daten. Leicht verdaulich, dennoch nicht zu wenig. Schön einfach. So wie der Käfer und das Leben eben.

 

Motorbuch Verlag/2012
96 Seiten, 9,95 €

ISBN 978-3-613-03328-31

Ken Cservenka/Richard Kopping:

Praxisratgeber Klassikerkauf – VW Bus 
Alle Modelle von 1950 bis 1990 – Baureihe T1 bis T3

Ein Volkswagen Bus ist kein Projekt für Jedermann. Man könnte zu hoch sitzen, weil man zu klein ist, man könnte Probleme mit dem Einstieg bekommen, wenn man zu groß gewachsen ist. Dicke könnten sich das Lenkrad in den Bauch rammen, Dünne vielleicht nicht genügend Lenkkräfte mobilisieren. Rosten können die Busse aller Generationen auch. Wirklich schnell sind sie nicht, die Benziner durstig und dynamisch, die Diesel lahm und laut. War noch etwas? Ach, ja: Vor dem Kauf eines Volkswagen T1, T2 oder T3 sollte man das Auto einmal auf der Hebebühne emporgehoben und den Allgemeinzustand begutachtet haben. Teile sind meist lieferbar, Exotisches für den Samba-T1 oder den Silberfisch-T2 vielleicht einmal ausgenommen. Wie? Das wussten Sie bereits alles? Sie haben schon vorher von Volkswagen Transportern gehört? Eben. Das ist das Problem mit dem „Praxisratgeber Klassikerkauf VW Bus" von Ken Cservenka und Richard Kopping. Vorausgesetzt, man ist nicht völlig ahnungslos, stellen die im Buch abgehandelten Positionen nichts Neues dar. Und ist man „Bulli-mäßig" ein bisher unbeschriebenes Blatt, wird man wohl nicht mit einem Ratgeber in der Hand Klassiker einkaufen gehen. Den Ratgeber wird man dann wohl eher AN der Hand haben, einen menschlichen nämlich, und ihn zum Ortstermin mitnehmen. Unter dem Strich ist dieses kompakte Heftchen eher als leichtfüßig daherkommende Ergänzung anzusehen, nicht als ein Bollwerk gegen den Fehlkauf. Auch das Kapitel „Realistische Bewertung", in dem man nach einem Ankreuz-Punkte-Schema den tatsächlichen Zustand und damit den Wert eines Bullis ermessen könne, scheint wenig praxisnah zu sein. Denn vor Ort gilt immer: Gefallen entscheidet über Kauf und Nicht-Kauf. Dass am Ende des Büchleins noch einige Club- und Teilehändleradressen gelistet werden, ist nett, aber zwingt nicht zum Buchkauf. Internet-Suchmaschinen machen das nicht weniger gut. Und wenn die Autoren sich dann auch noch bei der korrekten Bezeichnungen gängiger Klassikerveranstaltungen verhauen („Bremen Classics" statt „Bremen Classic Motorshow"), ist das nur noch ärgerlich. Praxisratgeber scheinen kein Projekt für Jedermann.

 

 

HEEL Verlag/2012
58 Seiten, 9,99 €
ISBN 978-3-86852-601-1

Hans Kromer:

Ostwest Blues

Dieses Werk ist kein Fachbuch – und könnte dennoch interessant sein für Liebhaber der Marke Volkswagen, die sonst schon alles wissen. Denn in diesem „Schelmenroman", in dem ein ostdeutscher Künstler seine subversiven Missetaten in der ehemaligen DDR genüsslich abfeiert, deckt er auch ein vielgehütetes Geheimnis auf: wie nämlich begehrte Westautos dauerhaft in den sozialistischen Teil Deutschlands gelangen konnten. Ein ganzes Kapitel widmet sich dem geradezu abenteuerlichen Erwerb eines Volkswagen 411 E Variant Mitte der 1970er Jahre. „Statt neu und bieder, lieber gebraucht und Welt", brachte der clevere und ein bisschen selbstverliebte Dresdner Lebemann seinen automobilen Wunsch auf den Punkt. Einen der nur in Ostberlin erhältlichen Volkswagen Golf I und Mazda 323 zu ergattern, war in der sächsischen Provinz unmöglich – also setzte er ein unglaublich kompliziertes, durchaus riskantes Bäumchen-wechsel-dich-Spiel in Gang, mit Erfolg: Ein westreisebefugter libanesischer Student überließ seinen arg gebrauchten Typ 4 Nasenbär in der Kombiversion kostenlos, aber personengebunden, der staatlichen Vermarktungsgesellschaft „Maschinen- und Materialreserven", die dieses Auto dann dem Künstler übereignete, der sich mit List und Tücke auf die übervolle Volkswagen Warteliste geschmuggelt hatte. Zur selben Zeit hatte er einen nagelneuen Trabant so gewinnbringend veräußert, dass er sowohl den Libanesen als auch die staatliche Behörde auszahlen konnte. Die Logistik im Hintergrund, die Tricks und hanebüchenen Umwege schildert er detailliert – heute lacht man darüber, damals war es bitterer Ernst. Und was machte der Mann, als sich sein Traumwagen anschließend von Defekt zu Defekt schleppte? Er suchte und fand eine der „kleinen, idealistischen Käferschmieden", die ihm weiterhalfen. Eine der seriöseren davon, die Dresdner Firma Pattusch, gibt es übrigens immer noch. Deren Chef erkühnte sich seinerzeit sogar, mit einem Volkswagen Käfer in der DDR-Rallyemeisterschaft anzutreten und dort die Klassenmeisterschaft zu erringen. Woraufhin mal eben das Reglement geändert wurde – es durfte einfach nicht sein, dass diese „Westschleuder" schneller ums Eck kam als Škoda, Lada und Co.!

 

Multi Media Kunst Verlag Dresden/2012

400 Seiten, 22,- €

ISBN 978-3-9700002-2-5

Pierre van Vliet:

Jacky Ickx

Dieser ewige Junge, der schon immer ein Mann war. Jede Falte im Gesicht ein Krater der geologischen Schichten seines Lebens. Die Augen, die mehr als einmal dem Tod ins Gesicht sahen und beinahe auch das dahinter Verborgene erblickten. Um ein Haar. Nein, Jacky Ickx, Ausnahme-Rennfahrer belgischer Herkunft, ist darüber alles andere als ein todernster Mensch geworden. Nachdenklich, ja, doch das war er eigentlich schon immer. Darüber ist er Gentleman im täglichen Umgang, in der Menge seines Publikums und erst recht hinter dem Steuer von Rennboliden, die er noch immer, 18 Jahre nach seinem offiziellen Karriere-Ende, mit Passion und Eleganz über den jeweiligen Kurs bewegt. Wo der Volkswagen Repräsentant auch auftritt, einer großen Fangemeinde kann er sich immer sicher sein. 240 Seiten, die einem wie geballte 500 vorkommen, so hoch ist die Intensität des Buches, enthält der beeindruckende Band „Jacky Ickx" von Autor Pierre Van Vliet. Persönlich von Ickx autorisiert und von diesem um mehrere Beiträge bereichert, schafft das angemessen großformatige Werk (ca. 25 x 30 cm) ein scheinbar direktes Eintauchen in vergangene Zeiten. „Ring Master", „Rain Master" oder „Monsier Le Mans" nannten sie ihn respektvoll ob seiner fulminanten Siege. Dass auch diese Karriere und das damit verbundene Leben des Jacky Ickx wechselvoll war, liegt auf der Hand – und wird ebenso erzählt. Ein tolles, im positiven Sinne „erschlagendes" Buch über einen intensiven Menschen, der dabei ganz leise auftritt. 

 

Delius Klasing Verlag/2012
240 Seiten (61 Farb-, 91 s/w-Fotos), 39,90 €
ISBN 978-3-7688-3508-4

Hans J. Schneider:

Der Lastesel des Wirtschaftswunders
Die Geschichte des legendären VW-Transporters 1948 – 1967

Nichts bleibt ja so, wie es ist. Das gilt für Autos, denen man in regelmäßigen Abständen eine Neuauflage oder zumindest eine Überarbeitung zuteil werden lässt. Und auch Bücher dürfen sich verändern, um weiterhin gefragt zu sein. Eine, um im Automobil-Jargon zu bleiben, „Große Produktaufwertung" erfuhr nun Hans J. Schneiders Standardwerk zum T1, „Der Lastesel des Wirtschaftswunders". Dies zumindest teilt der Hinweis auf dem Buchtitel mit, doch das Bild trügt etwas: Bereits auf Seite 5 der Neuauflage teilt Autor Schneider mit, die „im Wesentlichen unveränderte Neuauflage 2012 haben wir lediglich mit bisher unveröffentlichten Farbfotos angereichert". Hm. Sagen wir einmal so: Wer die Erstausgabe besitzt, könnte diese gut wegstellen und später sagen: „Schau mal: Erstausgabe! Da fehlten noch einige Farbbilder!" Und in der neuen Auflage blättern. Die ist inhaltlich so umfassend, mit 650 Fotos fast schon verschwenderisch bebildert und datenreich, dass die 1950er und 1960er Jahre wieder auferstehen. Die Zeit, in der sich die Menschen aufmachten, die Trümmer des Krieges beiseite zu räumen für eine neue Welt, brauchte einen guten Freund wie den Volkswagen T1 – den "Bulli". Bis heute klingen die Geschichten, die mit ihm erlebt wurden, nach. Und bis heute können wir im Prinzip nicht genug bekommen von seiner Geschichte. Wie heißt es so schön? „Darf in keiner Sammlung fehlen." Sollte es auch nicht.

 

Schneider Media UK/2012

272 Seiten (36 Farbfotos, 620 s/w-Fotos), 34,90 €

ISBN 978-3-7688-5802-1

Bart Lenaerts/Lies de Mol:

Ever since I was a young boy I was drawing cars.
Die besten Autodesigner der Welt. Wie sie wurden was sie sind

„Ich mache lediglich das, was ich immer tun wollte, und man bezahlt mich sogar dafür." Es sind herrlich trockene Sätze wie diese, die das aktuelle Buch von Bart Lenaerts und Lies de Mol so lebendig und erfrischend machen. Die „besten" Autodesigner der Welt will der hochwertig und filigran gestaltete Band präsentieren, und tatsächlich finden sich in ihm wohlklingende Namen wie Walter de Silva (Volkswagen Konzern), Peter Schreyer (Kia), Ed Welburn (General Motors) oder Adrian van Hoydonk (BMW). Sie alle präsentieren sich als Auto-Biografen, den eigenen, fast schon zwangsläufigen Weg zum Designer ausführlich beschreibend und um viele interessanten Nebenfacetten angereichert. Dazu gibt's jeweils viel zu sehen: Viel Studio, viele Studien, vieles, was manchmal erst entworfen und dann final wieder verworfen wurde. Ja, nur ist das so ein Problem mit dem Attribut „die besten". In erster Linie sind die im Buch versammelten Designer vor allem eines: Die jeweils höchstpositionierten Stylisten im jeweiligen Unternehmen. Ein objektives Ranking kann es nicht geben, da sich über Geschmack (Design) bekanntlich nicht streiten lässt. Ungeachtet dessen, dass es wahrscheinlich noch zahlreiche weitere „beste" Designer gibt, bereitet das vorliegende Buch schlicht Freude. Der Leser erhält Einblicke in die Lebenswege der zur Zeit relevanten Designchefs der großen Autohersteller, die, je nach Qualität der Übersetzungen, mal etwas hölzern, mal locker daherkommen. Interessant, wie unterschiedlich diese Männer so ticken, obwohl sie doch alle das Gleiche machen: Autos.

 

Delius Klasing Verlag/2012

239 Seiten, 59,90 €

ISBN 978-3-7688-3514-5

Rolf Blaschke:

Oldtimer Rallye
Das Handbuch für Fahrer und Beifahrer

Waren Sie schon einmal Teilnehmer einer Oldtimer-Rallye? Kennen Sie das Los des ewig hinter dem strahlenden Fahrer zurückstehenden Co-Piloten, der eigentlich die ganze Arbeit im Hintergrund macht, während derjenige da am Lenkrad „nur" Auto fährt? Dann werden Sie sich wiederfinden in Rolf Blaschkes leicht und beschwingt verfassten Ratgeber „Oldtimer Rallye", in dem der Autor uns an den Fahrerhandschuh nimmt und sagt: Wird schon! Blaschke, selbst kein unbefahrenes Blatt in der Rallye-Szene, erzählt in Kurzform die Geschichte des Rallyesports, um anschließend die derzeitigen relevanten Veranstaltungen Revue passieren zu lassen. Dabei lenkt er den geneigten Leser immer wieder in die richtige, individuell passende Bahn: Welche Art Veranstaltung willst du? Welche passt zu dir? Wer ist als Co-Pilot geeignet? Dazu Schilder- und Roadbook-Kunde, von Chinesenzeichen bis zum Ablauf von Wertungsprüfungen, Zeitkontrollen und Sonderprüfungen. Klingt anstrengend, kleinkariert, staubtrocken? Richtig, ist es auch oft, wenn es um Sekunden geht bei den Hobby-Fahrern. Aber Spaß macht es trotzdem. Und sei es auch nur mit Blaschkes Buch in der einen und einem guten Glas Wein in der anderen Hand zu Hause vorm Kamin. Warme Gedanken und Schmunzeln garantiert – denn auch die Abteilung „Nähkästchen" des Volkswagen Käfer-Piloten Blaschke fehlt nicht in diesem unterhaltsamen und bildenden Brevier des Querfahrers und Schlauchquetschers.

 

Motorbuch Verlag/2012
302 Seiten, 29,90 €
ISBN 978-3-613-03328-3

Hans-Peter Lohmann:

Legendäre deutsche Rennstrecken

Legendär sind sie, die Szenen und Geschichten des deutschen Rennsports. Große Namen wie Caracciola, Rosemeyer, Fangio, Stuck erklingen. Nur wer hat sich jemals der deutschen Rennstrecken „im Paket" gewidmet? Antwort: Hans-Peter Lohmann. Der auf dem rennsportlichen Blatt nicht ganz unbeschriebene Lohmann lässt die wichtigsten deutschen Rennstrecken in seinem Band Revue passieren. Von der AVUS in Berlin bis zum Schottenring erfahren die Leser Wichtiges und Unterhaltsames aus vergangenen Zeiten. Die Sprache bleibt dabei während einiger Strecken innerhalb des Buches etwas spröde und das Layout darf und muss als durchschnittlich bezeichnet werden. Das Buch, beinahe ein sachlich-orientiertes Nachschlagewerk, punktet jedoch mit wertvollen Tipps zum Selbererkunden. Wir freuen uns auf die nächste, dann hoffentlich großformatige Auflage.

 

Motorbuch Verlag/2012
191 Seiten, 24,90 €
ISBN 978-3-613-03438-9

Dominik Imseng:

Think Small.
The story of the world's greatest ad

„Think Small" ist ein überwältigendes Buch. Ein großes! Obwohl klein im Format. Ein großartiges. Weil es, dem Käfer als Kommunikations-Vehikel sei Dank, uns direkt in die Erlebniswelt und Erinnerungen derjenigen hinein fährt, die die einschneidende Kampagne zum wohl einschneidensten Automobil der Welt erfanden. "Think Small": Unvergessen ist das Anzeigenmotiv der US-amerikanischen Agentur Doyle Dane Bernbach (DDB), die mit einem scheinbar fingerschnipsenden Momentum den Käfer noch berühmter machte, als er es eh schon war. Dabei gleicht die Entstehungsgeschichte, die Autor Dominik Imseng anhand eigener Recherchen und Zeitzeugen-Interviews nachzeichnet, einem wahren Krimi. Das in Englisch verfasste Buch ist wie Käfer & Kampagne selbst: ein klares, funktionales Produkt mit hohem emotionalem Beiwert. Mit vielen klugen Gedanken im Hintergrund. Und ebenfalls nicht mehr wegzudenken. 

 

Full Stop Press/2012
160 Seiten, 18,99 €
ISBN 978-3033028524

Jörg Walz:

Geschichte des Motorsports

Ex-Rennfahrer Jörg Walz lässt es von Anfang an so richtig krachen. Sein hochoktaniges Destillat der Entwicklungsgeschichte des Autos zündet ab der ersten Seitenumdrehung. Hochkarätig, man kann es nicht anders bezeichnen. Von 1894 bis 2011 reicht diese Motorsport-Chronik im „anschaulichen" Format 22 x 29 Zentimeter. Walz' dargereichte Portionen Zeitgeschichte sind immer inhaltlich satt, sprachlich fein gewürzt und garniert mit Bildern, denen das Benzin geradewegs zu entströmen scheint. Einziger Schönheitsfehler: Den gesamten Motorsport und dessen Geschichte bietet der Autor nicht – gemessen am Titel also eigentlich kritisch, dennoch lassen wir gern Milde walten. Denn jedem Jahr ist eine Doppelseite gewidmet, ziehen meist schlüssige und schmissige Überschriften in den Text hinein, flankiert von entsprechenden Fotos von Menschen und Maschinen. Wie heißt es im Klappentext so schön: „Deutschland erfand das Auto, Frankreich entwickelte einen Sport daraus, Großbritannien adelte diesen Sport zu nobler Kunst, Italien erhob diese Kunst zur Religion, während die USA eine profitable Veranstaltung daraus machten!" Damit scheint alles gesagt? Weit gefehlt. Und so erzählt Walz fast schon nebenbei die Geschichte erfolgreicher Renn- und Rallye-Fahrzeuge und ihrer Piloten. Und umreißt optisch ansprechend, übersichtlich und unterhaltsam die große Geschichte des Motorsports, in der auch Volkswagen mit seinem erfolgreichen Engagement bei der legendären Rallye Paris-Dakar fest verankert ist. Und bietet Statistiken zu allen relevanten Rennserien dieser Welt. Und? Na, losgesprintet zum Buchhändler!

 

Delius Klasing Verlag/2011

224 Seiten (170 Farb- und 125 s/w-Fotos), 29,90 €

ISBN 978-3-7688-3275-5