Kleiner Käfer auf
großer Reise

Christian Schneider und sein Käfer 1200 „Eisblau" von 1984 auf Europatour

Die Liebe zum Käfer wurde mir praktisch schon in die Wiege gelegt. Es gibt dazu sogar ein Bild aus frühen Kindertagen, das meine familiäre Bindung zum Käfer belegt: Meine Mutter steht an unserem Käfer vor der geöffneten Beifahrertür und hält mich auf dem Arm. Eine richtige Käfer-Familie eben.

Die Jahre vergingen. Während andere sich als Jugendliche einen Golf GTI oder Opel GTE zulegten, war mein Ziel immer, einen Volkswagen Käfer zu besitzen. Ich startete auch mit einem Käfer, und einige Jahre fuhr ich meinen „Roten". Nach einem eiskalten und schneereichen Winter entschloss ich mich Jahre später, den Wagen in gute Hände abzugeben. Granulat und Salz taten ihm nicht gut. Und ich fand es einfach zu schade, ihn einfach als alltäglichen Gebrauchsgegenstand zu betrachten, der irgendwann total abgenutzt ist.

 
Käfer-Traum in Eisblau

Danach fuhr ich wieder ein Auto, wie jedermann es fährt. Jedoch blieb im Innersten immer der Wunsch, wieder einmal einen Volkswagen Käfer zu besitzen. Diesmal aber keinen, der als Alltagsauto genutzt wird, sondern einen, der wohlbehütet in der Garage steht, wenn es draußen stürmt und schneit. Ich machte mich auf die Suche und wurde schließlich fündig: Ein Käfer 1200 mit nur 24.000 Kilometer Laufleistung hatte es mir angetan – ein Sondermodell Eisblau. Der Käfer von 1984 stand mehr als zehn Jahre lang abgemeldet in der Garage. Er musste nur wieder zum Leben erweckt werden. Einiges war durch die lange Standzeit unbrauchbar geworden und musste erneuert werden, aber die Grundsubstanz war top.

 

Der Wagen wurde instand gesetzt und seitdem erfreue ich mich an ihm! Jeden Sommer geht es mit dem Eisblauen auf Südeuropa-Tour. Ziele waren bisher Frankreich, Italien, Österreich und die Schweiz. Und seit zwei Jahren reisen wir nur noch im Doppelpack: mit Wohnwagen Piccolino im Schlepptau.

 

Mein Käfer, er läuft und läuft und läuft

Die Reisen sind, wie auch schon ohne Piccolino zuvor, immer ein unvergessliches Erlebnis. Mein Wagen gibt mir immer das Gefühl der Sicherheit. Wenn es ein altes Fahrzeug schafft, dann mein Käfer! Mein Käfer, er läuft und läuft und läuft. Entschleunigt zu werden, ist eine besondere Art des Reisens und für mich um ein Vielfaches intensiver, als mit einem modernen Wagen schnell von A nach B zu kommen. So entdeckt man viel mehr. Schon heute steht für mich fest: Wenn alles gut geht, gehen wir im nächsten Jahr wieder mit meinem Gespann auf Tour; Europa ist groß und vielfältig, vieles ist noch unbekannt und wartet darauf, entdeckt zu werden!