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Oft kopiert, nie erreicht: 45 Jahre Golf GTI

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Die meisten Nachahmer lockt ja bekanntlich das Unnachahmliche. Der Golf GTI kennt dieses Dilemma der anderen nun seit 45 Jahren. Und kann entspannt die Muskeln straffen: Ein Original wie ihn gibt es eben nur ein einziges Mal. Da konnte Gas geben, wer wollte: Der legendäre „Einser“ entfachte den Zauber des Kompaktsportlers, der uneinholbar wirkte. Das gilt bis heute, wo der Golf GTI in mittlerweile achter Generation seinen rotumrandeten Kühlergrill fletscht. Oder war das jetzt nur ein dezent unnachahmliches Lächeln?

So ist er, der Golf GTI: Kraft ohne Protz. Stil ohne Show. Performance ohne Posing. Ein Original, das weder sich noch anderen etwas beweisen muss. Jedenfalls nicht mehr, seit im Sommer 1976 die ersten Journalisten mit dem damals brandneuen Golf GTI ihre Testrunden auf dem Hockenheimring drehen durften. Rennfahrer Jochen Mass war mit dabei, danach gab es keine Fragen mehr. Der Einser-GTI schrieb vom rasanten Start weg sofort Geschichte, die heute Legende ist. Er war ein Husarenstück einiger Rennsportbegeisterter bei Volkswagen, die den GTI zunächst geheim entwickelten. „Geheimtruppe GTI“ nannte man die Beteiligten später.  

Geheimsache „Sport Golf“: Koordinator des Projekts GTI war der damalige Pressechef Anton Konrad. Gemeinsam mit fähigen Leuten aus den Abteilungen Konstruktion, Fahrwerk, Produktion und Marketing entstand das Lastenheft des „Sport Golf“, wie das Projekt intern genannt wurde. Das Kürzel GTI gab es da noch nicht. Ein gewisser Horst-Dieter Schwittlinsky aus dem Marketing erfand es im Zuge der geheimen GTI-Werdung. Das Lastenheft jedenfalls trägt bis heute klare GTI-Gene: ein Kompaktwagen als Basis, dazu ein Motor, der bereits ab Werk ordentlich Leistung hat und diese per perfektem Fahrwerk souverän auf die Straße bringt. Gutes Leistungsgewicht, resultierend in Fahrspaß bei uneingeschränkter Alltagstauglichkeit. Ferdinand Piëch, damals Entwicklungschef bei Audi und Projektverantwortlicher des Audi 80 GTE, sagt Anton Konrad die Lieferung von zunächst 5.000 1,6-Liter-Vierzylinder-Einspritzmotoren (Bosch K-Jetronic) mit 110 PS für den „Sport Golf“ zu – der dann GTI heißen darf. „Der Audi hieß GTE, weil die Bayern ‚Injection‘ nicht aussprechen können“, scherzt GTI-Macher und Bayer Anton Konrad noch heute – im Alter von fast 85 Jahren.

Auf die Plätze, fertig, los! Im September 1975 auf der IAA ist Premiere für den Golf GTI, ausgeliefert wird er ab August 1976. Über 30.000 GTI-Bestellungen werden bis Ende 1976 abgearbeitet! Der Motor beschleunigt den nur 810 Kilogramm leichten GTI auf 182 km/h Spitze. Als der „Einser“ 1983 abtritt, bei voller Produktionsauslastung übrigens, ist er auf 1,8 Liter und 112 PS nebst 5-Gang-Schaltgetriebe und 190 km/h erstarkt. Unvergessen bleibt wohl das erste Sondermodell mit den in Wagenfarbe lackierten Stoßfängern und Außenspiegeln – und bald wegen seiner Spezialfelgen „Pirelli“ genannt. 

Sein Nachfolger schreibt ebenfalls Geschichte, denn es gibt den Golf II GTI in vielen Spielarten. Zum Achtventiler mit 112 bzw. 109 PS (mit Kat) gesellt sich das in den 1980er Jahren magische Kürzel „16V“. Damit verfügt der GTI über 129 PS. Und es geht weiter: Ausgerüstet mit dem mechanischen G-Lader grollt der „Zweier“ als Golf GTI G60 mit 160 PS über die Pisten. „Einser“ und „Zweier“-GTI werden, dem Zeitgeist entsprechend, gern optisch getunt. Jährliches Schaulaufen findet auf dem jeweiligen GTI-Treffen am Wörthersee in Österreich statt. Seit seiner Erstauflage im Jahr 1982 hat das Treffen immer größeren Zulauf und entwickelt sich bald zur internationalen Fan-Institution.

Sportler mit Kultfaktor

1991 debütiert der Golf III und mit ihm auch die dritte Generation des GTI. Erstmals gibt es ihn auch mit einem Dieselmotor, er hört auf den Namen Golf GTI TDI. Nicht zufällig hat dieser als Jubiläumsedition „20 Jahre GTI“ wieder 112 PS. Daneben gibt es den GTI natürlich auch als Benziner. Immer gibt der dezent rot umrandete Kühlergrill mit dem ikonenhaften Kürzel GTI klare Auskunft, mit wem man es hier zu tun hat – mit einem Original eben. 

Apropos „Ikone“: In die Zeit des unter Hartmut Warkuß gestalteten Golf IV GTI ab 1998 fällt die limitierte Jubiläumsedition „25 Jahre GTI“. Deren 1,8-Liter-Turbo-Motor mit 132 kW (180 PS) macht GTI-Laune und erscheint als „wahre“ GTI-Motorisierung innerhalb der beim Golf IV GTI unzähligen Kombinationsmöglichkeiten. Klar, stark, deutlich sportiv geht es dann in der Generation V ab 2003 zu – grimmiger Wabengrill, die klassischen GTI-Farbtöne Rot, Weiß, Schwarz lassen Reminiszenzen an den „Einser“ bewusst wach werden, dazu ab 2006 die „GTI Edition 30“ mit 169 kW (230 PS). Als 2008 der Golf VI GTI übernimmt, weist dieser einen 2,0-Liter TSI-Motor mit Turbolader und 211 PS Leistung auf. Die „Edition 35“ erstarkt auf 137 kW (235 PS), sämtliche „Jubi-GTI“ aller Generationen sind längst Kult und Sammlermodelle. Als ob man es noch erwähnen müsste ... 

Rennsportspaß im Zeichen der drei Buchstaben: Zeit seiner Existenz war und bleibt der Golf GTI ein beliebtes Track-Tool auf vielen Rennstrecken. Das war von Anbeginn gewollt und so erdacht von den GTI-Machern rund um Anton Konrad. „Die jungen Kunden zu Volkswagen holen und ihnen eine sportliche Basis zu geben, ohne über die Stränge zu schlagen, war unsere Idee“, sagt der Mann, der den GTI mit konzipierte und seinen bisher letzten GTI in Form der siebten Generation fuhr. Und Konrads Rechnung ging mehrfach auf. Schönstes Geschenk war wohl Volkswagen Werksfahrer Benny Leuchter, der während Anton Konrads Auftritt beim GTI-Treffen am Wörthersee mitten in den Jubiläumsveranstaltungen zum 40. Geburtstag des Golf GTI einen neuen Nordschleifen-Rekord auf dem Nürburgring hinlegte. Im Golf VII GTI „Clubsport S“. Exakt 7:47,19 Minuten – Rekord als schnellstes frontgetriebenes Serienauto! Dessen „Standard“-Werte lauten 310 (!) PS, also 200 mehr als im Ur-GTI und 265 km/h Spitze. 

Pulsbeschleuniger in achter Generation

Heute steht der Golf GTI in der achten Generation. Wabengrill, drei dezente Buchstaben darin, umrahmt von feinem roten Strich – so einfach geht Unnachahmlichkeit. Halt, ganz so einfach nun auch nicht: Es braucht der entsprechenden Historie und des entsprechenden Herzblutes der Entwickler, der echten Macher. Und die haben auch beim neuen Golf GTI „gemacht“: 2,0-Liter-Vierzylinder, 180 kW (245 PS), 250 km/h Spitze, Sportfahrwerk mit serienmäßiger Quersperre an der Vorderachse. 6-Gang-Schaltgetriebe (natürlich mit dem legendären Golfball-Schaltknauf), wahlweise 7-Gang-DSG. Und zum 45. Jubiläum gibt’s natürlich auch einen standesgemäßen Pulsbeschleuniger: den Golf GTI „Clubsport 45“. Die exklusive Edition mit 221 kW (300 PS) hat ein sattes „Race Paket“ im Gepäck, zu dem unter anderem 19-Zoll-Leichtmetallfelgen des Typs „Scottsdale“ in hochglänzendem Schwarz mit Zierstreifen in Tornadorot, eine Akrapovič-Sportabgasanlage und die Vmax-Freigabe (ansonsten auf 250 km/h begrenzt) gehören. 

Kurzum: Der Golf GTI bleibt einer wie keiner. Das alles ist jetzt mal einen Toast wert – nicht nur zum 45. Geburtstag, sondern vor allem dazu, sich selbst treu geblieben zu sein. Niemals andere kopiert zu haben. Und vor allem: sich selbst auch nicht. Glückwunsch, Golf GTI!  

 

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