Ein Bulli namens Wamsti

Familienglück in Grün: der T2b von 1974 von Volkswagen Fan Andreas Bress

Unser T2 "Wamsti" von 1974 ist seit 2003 im Besitz unserer Familie. Der Name entstammt unserer Fantasie: Wir sahen ihn und fanden einfach, dass er wie ein "Wamsti" aussah. Seither hat er diesen Spitznamen.

 

Rostfrei und ungeschweißt

Der T2 ist sozusagen ein "Scheunenfund": Er stammt aus der Werkstatt unseres damaligen, leider mittlerweile verstorbenen Autoschraubers, der ihn von einem Kunden gekauft hatte – ihn aber nie gefahren hat. Und so sind wir erst die zweiten Halter des Bullis. Der Erstbesitzer war ein echter "Peter Lustig", der den Wagen perfekt selbst ausgebaut hat: Alles in und an Wamsti ist an Westfalia angelehnt, aber nicht aus Holz gefertigt, sondern aus dünnem Alublech. Außerdem hatte der Erstbesitzer wohl gleich für die Ewigkeit geplant und sofort für eine anständige Hohlraumversiegelung gesorgt und den Unterboden und die Radläufe mit Gummimatten ausgeschlagen, sodass der Wagen bis heute ohne Rost und ungeschweißt ist – und die bisherigen sechs TÜV-Termine allesamt ohne Beanstandungen absolviert hat. Es ist uns eine Ehre und Freude, unseren Wamsti in diesem Zustand weiter zu erhalten und in Teilen noch zu verbessern.

 

"Den Treibstoff inhalieren"

Meine Liebe zu Volkswagen und meine Produkttreue habe ich von meinem Vater geerbt, ebenso wie mein erstes eigenes Auto: einen VW Passat Typ 32 von 1977 mit 55 PS. Es folgten ein Käfer 1302 von 1971 und ein 1303 mit Baujahr 1974 sowie ein T3 Turbodiesel von 1986. Es waren somit alles Fahrzeuge, in denen man den Treibstoff noch inhalieren konnte und im Sommer mit kurzen Hosen auf den 86 Grad heißen Plastiksitzen kleben blieb. Aber genau das macht Auto fahren für mich aus – ich finde es so viel toller als mit den heutigen mit Alcantara ausgestatteten Fahrzeugen mit ihrem im Labor designten Neuwagenduft.

 

"Daumen hoch!"

Mit unserem Wamsti haben wir schon viel erlebt und er ist im wahrsten Sinne ein Familienauto. 2004 waren wir zum ersten Mal mit dem Bulli in der Bretagne im Urlaub, hintendran ein Trailer mit unseren zwei Vespas PX 200 darauf. Auf der Strecke von 1.400 Kilometern wurde uns aus jedem zweiten Auto freundlich zugewunken oder ein "Daumen hoch" gezeigt. 2006 folgte dann unser zweiter Bretagne-Trip. Dieses Mal allerdings ohne Vespas, dafür war unsere damals 19 Monate alte Tochter an Bord (wer also rechnen kann …). Es folgten dann noch viele verschiedene Touren durch Deutschland und Österreich.

 

Inzwischen verwenden wir unseren Wamsti allerdings nicht mehr als Alltagsauto. Die T2 Modelle haben mittlerweile eine gute Wertsteigerung erlangt und wir wollen unseren Bulli ein bisschen schonen, sodass wir mit ihm nur noch zu Treffen oder z. B. am Wochenende zu unserem Lieblingssee in der Nähe fahren.

 

Bulli-Begeisterung erleben

Wenn man mit einem T2 unterwegs ist, "entschleunigt" sich das Leben gewaltig, nicht nur für die Fahrt, sondern für jeden Stopp muss man einfach mehr Zeit einplanen, da man eigentlich immer mit anderen ins Gespräch kommt. Von "Den habe ich mitgebaut" über "Mit dem waren wir in Afrika und Indien" bis hin zu "Da habe ich als Kind immer oben geschlafen" oder einfach nur "Nein, wie geil!" hören wir ganz viele Kommentare und Geschichten zum Bulli und erleben einfach viel Begeisterung. Wir haben deshalb damit begonnen, eine Bulli-Botschafter-Seite aufzubauen, um immer mal wieder die Erlebnisse zu erzählen, die man mit diesen inzwischen zum Kult gewordenen Fahrzeugen erlebt.