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Elektro-Golf I (1976)

Hätten Sie es gewusst? Nur zwei Jahre nach dem Debüt des Volkswagen Golf gab es den kompakten Bestseller bereits mit Elektroantrieb. Bei dem 1976 ins Leben gerufenen Projekt handelte es sich allerdings um wenige Versuchsfahrzeuge, entstanden als Reaktion auf die gerade erst überstandene Ölkrise. Technisch war der erste E-Golf recht simpel aufgebaut: Anstelle des Benzinmotors sitzt ein 20 kW starker Gleichstrom-Elektromotor, der an das serienmäßige Viergang-Getriebe angeflanscht ist. Ein Bordlader ermöglicht das Aufladen der aus 16 6-Volt-Bleiakkus bestehenden Batterie über die normale 220-Volt-Steckdose, was etwa zwölf Stunden in Anspruch nahm.

 

Der Schock der Energiekrise sitzt tief

Geboren wurde der Elektro-Golf der ersten Stunde aus der Not heraus. Genauer gesagt: aus Mangel an Benzin, der zu Engpässen an den Tankstellen, autofreien Sonntagen und zu einem ersten Umdenken unter deutschen Autofahrern führte. Das war mitten in der Ölkrise, die ab 1973 den westlichen Industrienationen schmerzlich vor Augen führte, wie sehr sie am Tropf der Erdöl exportierenden Länder hängen.

Der Schock jener Energiekrise sitzt noch tief, als Volkswagen 1976 den ersten E-Golf auf die Straße schickt. In einer Miniauflage wird der Stromer in Wolfsburg aus vorhandenen Serienfahrzeugen aufgebaut. Die schweren Blei-Säure-Batterien finden im Kofferraumboden ihren Platz. Bis 1986 dient dieser Elektro-Golf der ersten Stunde als Versuchsfahrzeug, in dem unterschiedliche Batteriekonfigurationen und Elektromotoren getestet werden, ab 1979 auch im Flottenbetrieb, unter anderem beim Energieversorger RWE.