Gib Gas – aber wie? Einspritzer oder Vergasermotor?

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Die Mischung macht's: Ohne das richtige Luft-Kraftstoff-Verhältnis würde auch der schönste automobile Klassiker keinen Mucks machen. An der Art der Gemischbildung scheiden sich jedoch die Geister: Was ist der wahre Weg zum optimalen Luft-Kraftstoff-Gemisch? Vergaser oder Einspritzanlage?

 

Zwei Prinzipien – ein Ziel 

Beide Verfahren dienen dazu, einem Ottomotor das für jeden Betriebszeitpunkt richtige Kraftstoff-Luft-Gemisch zuzuführen. Gemeinsam haben Saugrohreinspritzer und Vergasermotoren dabei, dass das Gemisch vor dem Brennraum gebildet wird. Worin liegen die Unterschiede?

 

Vergaser 

Bis in die 1980er-Jahre waren Vergaser die dominierende Technik der Gemischaufbereitung. Ein gutes Beispiel für ein ausschließlich mit Vergasermotoren ausgestattetes Volkswagen Modell ist der Käfer (Ausnahme: Mexiko-Käfer, 1600i ab 1992). In Vergaser-Motoren werden die brennbaren Bestandteile des Benzins eigentlich eher "verdampft", nachdem sie in feine Tröpfchen zerstäubt wurden. Dadurch entsteht ein zündfähiges Benzin-Luft-Gemisch, das in die Brennkammern des Motors geleitet wird. Ein Vergaser muss möglichst exakt eingestellt sein, um Drehmoment, Laufcharakteristik und Leistungsabgabe des Motors im optimalen Bereich zu halten. Die Nachrüstung mit einem geregelten Dreiwegekatalysators ("G-Kat") ist schwierig und aufwendig. Vorteile? Vergasermotoren sind aufgrund der weitgehend mechanisch geregelten Technik weniger anfällig gegenüber Elektronikdefekten. Ein sportlich ausgelegter Vergaser (z.B. Weber) kann zudem ein charakteristisches Ansauggeräusch erzeugen, das von vielen Fans als schön empfunden wird.

 

Elektronisch geregelte Einspritzung

Hierbei wird eine exakt zu definierende Menge Luft mit Kraftstoff so gemischt, dass ein möglichst optimal brennfähiges Gemisch zustande kommt. Vorteil: Die Kraftstoffmenge lässt sich viel exakter dosieren als beim mechanisch geregelten Vergaser, da die elektronische Motorsteuerung viel mehr Parameter berücksichtigt– etwa Abgas, Kühlwassertemperatur, Drehzahl usw. Aus diesem Grund ist der Kraftstoffverbrauch in der Regel geringer. In Verbindung mit einer Lambda-Sonde ist der Betrieb eines G-Kat möglich. Beispiele für Einspritzsysteme sind die vom Zulieferer Bosch entwickelten Produkte "D-Jetronic", "K/KE-Jetronic" und "Motronic". Übrigens: Das erste Volkswagen Modell mit elektronisch geregelter Benzineinspritzung war der Typ 3 in der Ausführung 1600 LE im Jahr 1968, der erste komplett mit Einspritzmotoren bestückte Volkswagen war der Golf III (1991).

 

Wie sehen Sie die Sache? Gemischbildung wie zu Käfer-Zeiten? Oder ausschließlich Einspritzung wie erstmals im Golf III praktiziert?

 

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