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Gastbeitrag

Wie der Käfer nach Kanada kam

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Vor 70 Jahren wagte der kleine Käfer den großen Sprung nach Übersee, erster Stopp: Kanada. Ein besonderes Debüt für den Wolfsburger Automobilhersteller: Mit Volkswagen Canada wurde im September 1952 die erste Auslandsgesellschaft gegründet – ein wichtiger Schritt in Richtung Weltkonzern.

In den 1950er Jahren wurde Volkswagen zu einem Symbol des westdeutschen Wirtschaftswunders. Die Volkswagen Typ 1 („Käfer“) und Typ 2, Transporter („Bulli“), waren Ausdruck des Aufschwungs und prägten zunehmend das deutsche Straßenbild. Doch Käfer und Bulli waren nicht nur in Deutschland gefragt: Bereits 1950 wurde ein Drittel der Produktion in 18 vorwiegend europäische Staaten ausgeführt. Der Export war für die damalige Volkswagenwerk GmbH zunächst ein unverzichtbares Standbein: In Zeiten chronischer Materialknappheit dienten die Devisen-Erlöse vor allem der Beschaffung von Rohstoffen im Ausland. 

Neue Horizonte: Ein wichtiger Schritt beim systematischen Aufbau des Exportgeschäftes – und sozusagen die Geburtsstunde des Volkswagen Konzerns – war die Gründung der ersten ausländischen Tochtergesellschaft Volkswagen Canada Ltd. in Toronto, Ontario. Mit der am 11. September 1952 ausgestellten Konzessionsgenehmigung des kanadischen Handelsministeriums wurde die Gesellschaft zum dortigen Generalimporteur aller Volkswagen Produkte. Für Volkswagen war dieser Schritt vor allem deswegen notwendig, weil die zollfreie Einfuhr britischer Fabrikate in das Commonwealth-Land Kanada erhebliche Wettbewerbsnachteile für deutsche Hersteller mit sich brachte.

Das „Board of Directors“ um Werner Jansen legte besonderen Fokus auf den Aufbau eines leistungsfähigen Händler- und vor allem Servicenetzes, wodurch sich Volkswagen von anderen Importmarken positiv unterscheiden sollte. Ein weiterer Schwerpunkt lag beim Aufbau einer umfangreichen Ersatzteilversorgung sowie der Schulung des Technischen Personals – ebenfalls Bereiche, in denen der Wettbewerb Probleme hatte.

„The amazing Volkswagen“

Ein unglaubliches Auto
Die Zeitungsanzeige aus dem Jahr 1954 betont die herausragenden Eigenschaften, die nur ein Volkswagen zu bieten hat.

Und auch beim Marketing war Volkswagen Canada sehr aktiv, denn man stand vor der Aufgabe, eine weitgehend unbekannte Marke in einem britisch und amerikanisch dominierten Marktumfeld zu positionieren.

Die erste Präsentation einer Volkswagen Limousine fand bereits Ende August 1952 auf der Canadian National Exhibition (CNE) statt, wo das ungewöhnliche Modell aus Deutschland für Aufsehen sorgte. Zur Ausstellung wurde der Volkswagen als „The car preffered most throughout Europe, the best seller in 34 countries“ („Das meistverkaufte Auto in ganz Europa, der Verkaufsschlager in 34 Ländern“) angekündigt. Mittels aussagekräftiger Zeitungsanzeigen, in denen die besonderen Eigenschaften der Volkswagen hervorgehoben wurden, erreichte man potenzielle Käufer auch in den entlegensten Gebieten der kanadischen Provinzen. 

Mit 1.595 $ Basispreis stand der Käfer in Konkurrenz zu Mittelklassewagen wie dem Morris-Minor, dem Austin A40  oder dem Hillman Minx. Doch neben seinem einzigartigen Design konnte sich der Volkwagen Typ 1 vor allem bei zwei Eigenschaften vom Wettbewerb absetzen: Zuverlässigkeit und Wirtschaftlichkeit. Durch seinem luftgekühlten Boxermotor war der „the VW“ nicht nur sparsam, sondern auch bei arktischer Kälte wie auch im Hochsommer problemlos einsetzbar. Und dank seiner Drehstabfederung fuhr er auf steinigen Pisten fast ebenso komfortabel wie auf dem Highway.

Die Strategie ging auf und noch bis Jahresende 1952 wurden 94 Volkswagen Limousinen verkauft. Schon zum Jahresende 1953 arbeitete Volkswagen Canada mit einer Händlerorganisation von 12 Großhändlern und 52 Handelsbetrieben. Innerhalb der kommenden zehn Jahre stieg die Zahl dieser Direkthändler auf über 300 an.

Beginnend mit der Gründung von Volkswagen Canada trieb der damalige Generalsdirektor Heinrich Nordhoff die Internationalisierung der Volkswagenwerk GmbH stetig voran. Neben zahlreichen Generalvertretungen im Ausland folgte die Gründung weiterer Auslandsgesellschaften, darunter allen voran in Brasilien (1953) und Nordamerika (1955). Dank einer langfristigen Wachstumsstrategie mit rationeller Massenfertigung, Belegschaftsintegration und Weltmarktorientierung ging Volkswagen Schritt für Schritt seinen Weg – vom Käfer zum Weltkonzern. 

(Ein Gastbeitrag von Dieter Landenberger, Leiter Heritage Communications Volkswagen AG)

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