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Rekord-Renner Volkswagen ID.R

Energiebündel im Jagdfieber

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Volkswagen entwickelte ein rein elektrisch angetriebenes Rennfahrzeug und schrieb mit dem ID.R Geschichte. Im Juni 2018 stellte der Volkswagen ID.R beim legendären Bergrennen am Pikes Peak den ersten Rekord auf – und die Jagd ging bis 2020 weiter.

Volkswagen ID.R
Der 500 kW (680 PS) starke Elektro-Rennwagen war für Volkswagen Motorsport insgesamt 815 Tage erfolgreich im Einsatz.

Für den energiegeladenen Rekordjäger war der Pikes Peak nur der Anfang: Die 7:57,148 Minuten, mit denen Romain Dumas am 24. Juni 2018 am Lenkrad des Volkswagen ID.R einen neuen absoluten Streckenrekord beim berühmtesten Bergrennen der Welt aufstellte, bildeten den Auftakt zu einer Jagd auf eine ganze Reihe internationaler Bestmarken. Dumas setzte an jenem Sommertag im US-Bundesstaat Colorado gleichzeitig das erste Ausrufezeichen in einem der ambitioniertesten Projekte in der Geschichte von Volkswagen Motorsport.  

Die Herausforderung war gigantisch. Das seit 1916 durchgeführte „Pikes Peak International Hill Climb“ gilt mit dem Start auf 2.862 Metern und der Ziellinie auf dem 4.302 Meter hohen Gipfel als anspruchsvollstes Bergrennen der Welt.

Und die Volkswagen Ingenieure stellten den ersten Rekord schon vor dem Rennen auf: Entwickelt ohne Vorgänger und auf dem sprichwörtlich weißen Blatt Papier, vergingen – auch dank umfangreicher Nutzung von Computersimulationen und innovativer Fertigungsmethoden wie 3D-Druck – gerade einmal 250 Tage vom Projektstart bis zum sogenannten Rollout, dem ersten Funktionstest auf einer Rennstrecke.

 

Visionär in Design und Technik

Während sich Volkswagen Motorsport auf Chassis und Antriebsstrang konzentrierte, entstand im Volkswagen Design die Form der Karosserie. Es galt, die unverwechselbare Formensprache der ID. Familie von Serienfahrzeugen auf ein so extremes und emotionales Rennfahrzeug zu transferieren. Das Ergebnis war ein optisch an einen LMP1-Boliden vom 24-Stunden-Rennen in Le Mans erinnernder, einsitziger Prototyp.

Zwei Elektromotoren, die Vorder- und Hinterachse antrieben, lieferten eine Systemleistung von 500 kW (680 PS). Die elektrische Energie wurde in einer Lithium-Ionen-Batterie gespeichert, aufgeteilt in zwei Blocks neben und hinter dem Cockpit. Ein hoher Anteil der benötigten Energie wurde an Bord erzeugt wie durch Energierückgewinnung beim Bremsen. „Bei Energie- und Lademanagement haben wir grundlegende Erkenntnisse gewonnen, die auch Einfluss  auf die Entwicklung der ID. Serienfahrzeuge haben können“, erklärte Willy Rampf, mit jahrzehntelanger Erfahrung aus der Formel 1 als Berater an Bord.

Ein Berg, ein Traum, ein Versuch

„Ich musste eine ganze Menge lernen. Ein Rennwagen ohne Motorengeräusch war neu für mich“, blickte Allroundtalent Dumas auf den Erstkontakt mit dem vollelektrischen ID.R zurück. Weil das 19,99 Kilometer lange Asphaltband auf den Gipfel des Pikes Peak eine viel genutzte touristische Mautstraße ist, war das Testen dort nur eingeschränkt möglich. Dumas, zuvor bereits dreimal Sieger am Pikes Peak, fuhr die komplette Strecke im ID.R daher zum ersten Mal im Rennen.

Ein sich anbahnender Hagelschauer hätte die Rekordfahrt beinahe unmöglich gemacht. Doch Dumas, zweimaliger Sieger des 24­-Stunden-­Rennens in Le Mans, behielt die Nerven und steuerte den ID.R bei schon teilweise bedecktem Himmel in neuer absoluter Bestzeit auf den Gipfel. „Der ID.R ist das beste Auto, das ich jemals auf den Pikes Peak gefahren habe“, sagte der Franzose noch im Ziel, leicht atemlos auf über 4.300 Meter Höhe.

Die Rekordjagd geht weiter

Nur vier Wochen nach der Rekordfahrt am „Berg der Amerikaner“ knackte der ID.R in Südengland die nächste Bestmarke. Wiederum fuhr Romain Dumas  einen neuen Elektro­-Rekord für die Bergrennstrecke beim „Goodwood Festival of Speed“. Mit einer Fahrtzeit von 43,86 Sekunden verpasste er die absolute Bestmarke, seit 1999 gehalten von Nick Heidfeld im Formel­-1­-Boliden, nur um rund zwei Sekunden. 

Herausforderung „Grüne Hölle“

Im Sommer 2019 ging die Jagd weiter: Romain Dumas griff im weiterentwickelten ID.R wieder an – auf der legendären Nordschleife des Nürburgrings. Dumas kannte die 20,832 Kilometer lange Piste von zahlreichen 24­-Stunden­-Rennen, von denen er bereits vier gewonnen hatte. „Mit dem ID.R auf die Nordschleife zu gehen, sorgt bei mir jetzt schon für Gänsehaut“, sagte Dumas im Vorfeld. Die Nordschleife gilt als die schwierigste Rennstrecke der Welt. Und das Ziel war klar: ein neuer Rundenrekord für Elektrofahrzeuge. 

 „Das wird die nächste große Herausforderung für den ID.R“, sagte der damalige Volkswagen Motorsport-Direktor Sven Smeets. „Ein Rundenrekord auf der Nordschleife gilt als Ritterschlag für jedes Fahrzeug, für Rennfahrzeuge wie Serienautos gleichermaßen.“ Um diese Herausforderung zu bewältigen, passten die Ingenieure die Technik des ID.R an die Bedingungen der Nordschleife an. Dies betraf vor allem die Abstimmung des Fahrwerks, das Energiemanagement sowie die Reifenwahl für die Rekordfahrt. Und die Mühen zahlten sich aus: Am 3. Juni 2019 schrieb Romain Dumas am Steuer des ID.R erneut Geschichte und unterbot mit 6:05,336 Minuten den bis dato gültigen Bestwert für Elektrofahrzeuge um rund 40 Sekunden.

 

Back for good

Ein Jahr nach dem ersten Rekord für Elektrofahrzeuge beim berühmten englischen Sprintrennen ging das Duo im Juli 2019 erneut beim Goodwood Festival of Speed an den Start – und setzte ein Denkmal: Mit einer Zeit von 39,90 Sekunden unterbot Dumas den 20 Jahre währenden Gesamtstreckenrekord des Formel-1-Boliden McLaren MP4/13 um 1,7 Sekunden. 

(Im Juli 2022 wurde der Rekord des ID.R vom früheren Formel-1-Piloten Max Chilton unterboten, im Elektro-Prototyp McMurty Speirling erzielte er einen neuen Bestwert von 39,08 Sekunden.) 

 

 

Tianmen Mountain: Rekord an Chinas „Himmelstor“

Und die Rekordjagd des ID.R ging weiter – und steil bergauf in China. Die Tianmen Shan Big Gate Road ist eine spektakuläre Bergstraße, die in 99 Kurven auf den 1.519 Meter hohen Tianmen Mountain führt. Enorm schmal, steil und gewunden – die 10,906 Kilometer lange Strecke hat es wahrlich in sich. Von 200 Metern über Normalnull schlängelt sie sich entlang steiler Felswände auf 1.300 Meter hinauf zum sogenannten „Tor zum Himmel“. Einen derartigen Einsatz hatte es hier noch nie gegeben.

Es war eine außergewöhnliche Fahrt am Limit, und Volkswagen trieb in China mit dem ID.R die Elektromobilität sprichwörtlich auf die Spitze. Am 2. September 2019 absolvierte Romain Dumas die Bergstraße in 7:38,585 Minuten und damit so schnell wie kein Mensch zuvor. „Diese Rekordfahrt am Tianmen Mountain wird mir sicher auf ewig als mein spektakulärster Einsatz in Erinnerung bleiben“, sagte Dumas nach dem Rennen. 

 

 

Rekordrunde am Bilster Berg

Sechsfacher Rekord-Renner
Der ID.R hat als technologischer Vorreiter auf drei Kontinenten Motorsportgeschichte geschrieben. Seinen letzten Rekord fuhr der ID.R 2020 am Bilster Berg ein.

Rund ein Jahr nach dem Rekord in China meldeten sich Volkswagen Motorsport und der rein elektrisch angetriebene Rennwagen mit einem beeindruckenden Streckenrekord am Bilster Berg zurück: Im Rahmen eines performanceorientierten Testtages umrundete Dieter Depping (D) die 4,2 Kilometer lange Strecke in 1:24,206 Minuten. Der Test- und Entwicklungsfahrer von Volkswagen verbesserte damit am 24. September 2020 die bisherige Bestmarke aus dem Jahr 2016 (Sven Barth, Step-1 MiKar C301B-Prototyp, 1:33,27 Minuten) um über neun Sekunden.

„Das ist natürlich ein toller Erfolg für den ID.R und auch für mich persönlich“, sagte der dreimalige Deutsche Rallye-Meister. „Der Bilster Berg ist eine ganz besondere Rennstrecke. Fast wie die Nordschleife im Kleinformat: sehr abwechslungsreich und mit vielen schwer einsehbaren Kurven. Da muss alles passen, wenn man schnell sein will – Auto, Abstimmung und Ideallinie. Darum freut mich der Rekord ganz besonders.“ Dieter Depping wirkte zu diesem Zeitpunkt bereits seit 18 Jahren als Test- und Entwicklungsfahrer von Volkswagen Motorsport und erprobte in dieser Zeit die unterschiedlichsten Renn- und Rallyefahrzeuge – sei es mit Benzin-, Diesel-, Erdgas- oder Elektroantrieb. Ohne ihn wären Erfolge wie die vier Hersteller-WM-Titel in der FIA Rallye-Weltmeisterschaft (WRC), zwei Fahrertitel in der FIA Rallycross-Weltmeisterschaft (WRX), die drei „Dakar“-Siege mit dem Race Touareg oder zahlreiche Klassensiege beim 24-Stunden-Rennen auf dem Nürburgring undenkbar. Dumas nannte Depping ehrfurchtsvoll „mein Fahrer“, da der Deutsche mehr Kilometer im ID.R zurückgelegt hat als jeder andere und damit maßgeblichen Anteil an Rekordfahrten wie am Pikes Peak, auf der Nürburgring-Nordschleife oder in Goodwood hat. 

Abschied nach drei Jahren: In insgesamt 815 Tagen stellte der ID.R insgesamt sechs eindrucksvolle Rekorde auf und bewies unter verschiedensten Bedingungen die enorme Leistungsfähigkeit des Elektroantriebs, den Volkswagen inzwischen mit den Serienfahrzeugen der ID. Familie erfolgreich auf die Straße gebracht hat. Der Volkswagen ID.R – ein echter Rekordjäger und vom Start weg ein Energiebündel auf Erfolgskurs. 

 

 

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